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CGM bald Kassenleistung

17. Juni 2016 | News

Werden die Kosten für die kontinuierliche Glukosemessung bald von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen?

kontinuierliche Glukosemessung

Das jedenfalls hoffen viele Betroffene. Großen Jubel löste demnach schon mal die gestrige Entscheidung des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus, nach der künftig die kontinuierliche interstitielle Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten (rtCGM) zu den Leistungen der Krankenkassen gehören wird.

Bislang haben Krankenkassen nur im Ausnahmefall die Kosten für die kontinuierliche Glukosemessung übernommen. Der G-BA ist vom Gesetzgeber beauftragt zu entscheiden, auf welche medizinischen oder medizinisch-technischen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden gesetzlich Krankenversicherte Anspruch haben. Im Rahmen eines Bewertungsverfahrens überprüft der G-BA deshalb, ob Methoden oder Leistungen für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten erforderlich sind.

Seit 1999 sind alltagstaugliche Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (engl. CGM = continuous glucose monitoring) in Deutschland erhältlich. Je nach Modell wird alle 1-5 Minuten ein aktueller Glukosewert angezeigt. Die quasi kontinuierliche Messung lässt den vollständigen Glukoseverlauf des Tages und der Nacht auf einen Blick erkennen. Ein Wunschtraum von Diabetikern und Diabetes-Profis ging damit in Erfüllung. 

Das CGM-System kann sowohl bei der Insulintherapie als auch der Insulinpumpentherapie unterstützen, letzteres wird als sensorunterstützte Pumpentherapie (SuP) bezeichnet.

Bei den aktuell erhältlichen CGM-Systemen wird die Messelektrode ins Unterhautfettgewebe eingeführt. Die Anlage des Sensors verläuft meistens schmerzfrei und ohne weitere Komplikationen mit nur geringem Infektionsrisiko. Dort wird der Gewebezucker gemessen und mittels eines integrierten Senders an ein Empfangsgerät gefunkt. Bei der SuP kann die Insulinpumpe selbst als Empfangsgerät dienen. Die aktualisierten Glukosewerte werden dann auf dem Monitor der Pumpe angezeigt. Das Empfangsgerät kann aber auch ein extra Gerät sein.

Durch CGM können die Verwender ihre Glukosewerte im Blick behalten. So können niedrige und hohe Glukosewerte rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Ist die Möglichkeit der Hypo-Abschaltung im Insulinpumpensystem gegeben, unterbricht die Insulinpumpe bei niedrigem Glukosewert die Insulinabgabe. So können schwere Unterzuckerungen - z. B. in der Nacht - noch besser vermieden werden. Denn selbst sehr häufiges Messen mit Teststreifen reicht manchmal nicht aus, die so gefährlichen Unter- oder Überzuckerungen zu vermeiden.  Jedoch ist eine  gute individuelle Blutzuckereinstellung immens wichtig, da nur so schwere Begleit- und Folgeerkrankungen vermieden oder verzögert werden können.

Der Beschluss muss nun noch dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt werden und tritt nach Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.  Bleibt damit zu hoffen, dass Betroffene zukünftig einfacher CGM-Geräte und die dazugehörigen Sensoren per Rezept erhalten können, um somit langfristig ihre Blutzuckereinstellung zu verbessern zu können.

Hier geht's zur offiziellen Pressemitteilung des gemeinsamen Bundesausschusses


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