Welche Insulinpumpe passt zu mir?

So wie beim Kauf eines Autos unterschiedliche Faktoren, wie Fahrsicherheit oder sparsamer Verbrauch den Ausschlag geben und sich die Käuferin oder der Käufer nach seinen eigenen Bedürfnissen individuell entscheidet, ist es auch für die Auswahl einer Insulinpumpe unmöglich, eine allgemein verbindliche Empfehlung auszusprechen.

Die auf dem Markt erhältlichen Geräte weisen zum Teil erhebliche Unterschiede in ihren jeweiligen medizinischen Möglichkeiten, Tragekomfort, mehr oder minder komplizierter technischer Ausführung sowie Zusatzfunktionen auf. Sowohl Pumpenträger/innen als auch Diabetesteams favorisieren, ausgehend von persönlichen Funktionswünschen, verschiedene Geräte.

Dem Neuling sei hiermit angeraten, sich vor Beginn einer Insulin-Pumpenschulung anhand von Informationsmaterial der einzelnen Hersteller über die Funktionsweisen aller Insulinpumpen zu informieren und danach, in Absprache mit seinem Diabetesteam, die für ihn vorteilhafteste Diabetes-Pumpe (Insulinpumpe) auszuwählen. Einen ersten Einsieg und Überblick soll Ihnen der Insulin-Pumpen-Finder bieten. Außerdem sollten Sie sich einen Überblick über die generellen Anforderungen an Insulinpumpen verschaffen

Ihr Insulinpumpen Finder

Sie haben sich gemeinsam mit Ihrem Diabetesteam dafür entschieden eine Pumpentherapie zu beginnen und sind nun auf der Suche nach dem für Sie passenden Modell. Vielleicht nutzen Sie auch schon eine Insulinpumpe und möchten sich informieren, ob ein anderes Modell besser zu Ihnen passt. Unser Insulinpumpen Finder soll Sie dabei unterstützen.

Grundsätzlich lassen sich Entscheidungskriterien für ein bestimmtes Pumpenmodell in zwei Kategorien unterteilen: die medizinischen und die persönlichen Kriterien. Zuerst sollten Sie sich mit den medizinischen Kriterien befassen, denn diese beinhalten wichtige Aspekte, die Ihr Pumpenmodell zwingend erfüllen sollte. Dazu zählen z.B. Insulinmenge oder – sensibilität. Die persönlichen Kriterien umfassen mögliche, individuelle Vorlieben. Das heißt, Sie können z.B. entscheiden, wo bzw. wie Sie Ihre Pumpe am liebsten tragen möchten, oder ob Sie ein wasserfestes Modell benötigen, da Sie oft schwimmen gehen.

Sollten Sie nach dieser Auswahl weiterführende Fragen haben, oder eine speziellere Beratung wünschen, wenden Sie sich sehr gern an unser Kunderservice-Center oder schauen Sie in einem unserer zahlreichen Diabetes-Fachgeschäften vorbei. Wir vereinbaren gern einen individuellen Beratungstermin mit Ihnen.

Medizinische Kriterien

Wieviel Insulin benötige ich?

Das Insulin in einer Insulinpumpen befindet sich in einer Ampulle oder einem Reservoir. Je nach Insulinpumpe unterscheiden sich diese in der Größe bzw. Füllmenge für Insulin.

Entscheidungsgrundlage

Wieviel Insulin benötige ich pro Tag (bzw. innerhalb der Infunsionset-Tragedauer)? Die Füllmenge der Ampulle bzw. des Reservoirs hängt von der Tragedauer des Infusionssets und der tatsächlich benötigen Insulinmenge während der Tragezeit (inkl. eines Sicherheitspuffers) ab.

Benötigen Sie viel Insulin, so sollten Sie darauf achten, eine Insulinpumpe mit einem möglichst hohen Ampullen-Fassungsvermögen zu wählen, um häufige Ampullen-Wechsel zu vermeiden.

Insulin-Fassungsvermögen Ampulle bzw. Reservoir

1,8 ml /180 I.E.

Minimed 670G

Minimed 640G

2,0 ml /200 I.E.

Omnipod

3,0 ml /300 I.E.

Minimed 670G

Minimed 640G

Dana Diabecare RS

3,15 ml /315 I.E.

Accu-Chek Combo

Wie sensibel bin ich gegenüber Insulin?

Um der natürlichen Insulinabgabe möglichst nah zu kommen, gibt eine Insulinpumpe in vielen kleinen Schritten (kontinuierlich) über den Tag hinweg Insulin ab. Dabei kann man die (Basal-)Rate innerhalb von festgelegten Zeitintervallen variieren. Wie weit diese Intervalle gefasst sind hängt von der Insulinpumpe ab, aber auch die mögliche Aufteilung der Insulin-Mengen über den gesamten Tag ist bei Insulinpumpen sehr unterschiedlich.

Entscheidungsgrundlage

Bei den meisten Insulinpumpen kann man die Basalrate im Intervall von einer Stunde variieren. Es gibt aber auch Insulinpumpen, bei denen man die Insulinabgaberate halb- oder viertelstündlich genau abstimmen kann.

Je nachdem wie sensibel Sie gegenüber Insulin sind, kann ein einstündiges Zeitintervall ausreichen (weniger sensibel) oder eine halb- oder viertelstündliche Programmierung der Basalrate notwendig sein. Dies ist vor allem der Fall, wenn Sie sehr sensibel (z.B. Kinder) gegenüber Insulin reagieren.

Basalraten/Tag und Intervalle der Insulinpumpen

48 Raten/Tag (1/2 stündliches Intervall)

Minimed 670G

Minimed 640G

24 Raten/Tag (1/4 stündliches Intervall)

 Accu-Chek Insight

24 Raten/Tag (1/2 stündliches Intervall)

Omnipod

24 Raten/Tag (stündliches Intervall)

Accu-Chek Combo

Dana Diabecare RS

YpsoPump

Wie stark unterscheidet sich mein Wochenablauf?

Bei jeder Insulinpumpe lassen sich sog. Basalratenprofile einstellen. Ein Basalratenprofil bestimmt die individuelle kontinuierliche Insulinabgabe für 24h. Je nach Pumpe können Sie unterschiedliche viele Profile programmieren. Die Nutzung von mehreren Basalratenprofilen hat den Vorteil, dass sich wiederholende unterschiedliche Tagesabläufe dem Insulinbedarf angepasst werden können.

Entscheidungsgrundlage

Bei der Entscheidung für die jeweilige Insulinpumpe ist es wichtig, im Vorfeld zu überlegen, wie viele Basalratenprofile ich benötige .

Mit dem Diabetesteam besprechen Sie bspw. die Unterschiede für Arbeitstage, Wochenende, Krankheit und Urlaub und der Bedarf errechnet. Anschließend können Sie in der Pumpe die verschiedenen Basalraten-Profil anlegen und durch den Wechsel von einem Profile auf das andere die richtige Auswahl für die Therapieanpassung treffen.

Basalraten-Profile der Insulinpumpen

8 Basalraten-Profile

Minimed 670G

Minimed 640G

7 Basalraten-Profile

Omnipod

5 Basalraten-Profile

Accu-Chek Insight

Accu-Chek Combo

4 Basalraten-Profile

Dana Diabecare RS

2 Basalraten-Profile

YpsoPump

Wie stark unterscheidet sich mein Tagesablauf?

Alle Insulinpumpen bieten auch eine kurzzeitige und schnelle Änderung der Basalraten- Abgabe für einen gewissen Zeitraum. Diese Option nennt sich Temporäre Basalrate und hat den Vorteil kurzfristig den Insulinbedarf anzupassen. Zwischen den einzelnen Systemen gibt es diesbezüglich einige Unterschiede.

Entscheidungsgrundlage

Jeder wird feststellen, dass es schwierig ist, besondere ungeplante Situationen zu bewältigen. Für einen gesunden Menschen ist das kein Problem. Ein Insulinpumpenträger muss dagegen sehr viel beachten. Dafür gibt es in den Insulinpumpen gewisse Möglichkeiten. Wenn ich bspw. spontan eine Sporteinheit durchführen möchte, kann ich in der Insulinpumpe die Basalrate vorrübergehend temporär verändern, d. h. in diesem Fall das Insulin für diese Zeit reduzieren. Genauso kann die Menge an Insulin vorübergehend erhöht werden. In einigen Insulinpumpen kann eine Temporäre Basalrate (BR) vorprogrammiert und auch benannt werden.

Die Auswahl der Insulinpumpe erfolgt danach, in welcher Höhe die Basalrate verändert werden kann und welche Zeitauswahl möglich ist.

 

 

Beim Thema Bolus gibt es einige Unterschiede in den einzelnen Insulinpumpen. Die Auswahl verschiedener Bolusarten (Normal, Dual, Verzögert) findet man in allen Insulinpumpen. Wer seinen Bolus mit einem Bolusrechner ermitteln möchte, hat die Wahl zwischen einem integrierten Bolusrechner in der Pumpe oder die Berechnung mit einer App und teilweise die manuelle Eingabe der Werte in die Pumpe.

Die Auswahl richtet sich hierbei nach der max. Bolusabgabe. Außerdem muss ich beachten, möchte ich nur ein Gerät verwenden oder ist für mich eine separate Nutzung von Vorteil. Wenn der Bolusrechner in der Pumpe integriert ist, muss ich zur Bedienung immer die Pumpe aus der Kleidung nehmen. Kann ich Steuerelemente verwenden, kann die Pumpe diskret bedient werden. In einigen Insulinpumpen gibt es auch einen sogenannten „Blindbolus“ der durch gewisse Tastenkombinationen auch unter der Kleidung abgerufen werden kann.

Entscheidungsgrundlage

An dieser Stelle ist wichtig zu wissen, wie sensibel Sie auf Insulin reagieren. Je weniger Insulin Sie als Basalrate benötigen, umso vorteilhafter sind geringe, fein einstellbare Basalratenschritte.

Tipp: Mit dem sog. Renner-Schema lassen sich bei Angagabe von Alter, Gewicht und der Gesamtbasalrate die stündlichen Basalratenschritte errechnen.

Die Auswahl erfolgt danach, in welcher Höhe die Basalrate verändert werden kann und welche Zeitauswahl möglich ist.

Temporäre Basalraten-Senkung/Erhöhung auf

In 15-min-Schritten

0-200 % (in 5%-Schritten) für 0,5 - 24 h

Minimed 670G

0-200 % (in 5 %-Schritten) oder konstant (in 0,025 IE-Schritten) für 0-24 h

Minimed 640G

0-250 % (in 10 %-Schritten) für 0-24 h

Accu Chek Insight

Accu Chek Combo

0-200 % (in 10 %-Schritten) für 0-24 h

YpsoPump

In 30-min-Schritten

0-195 % (in 5 %-Schritten) oder konstant 0-3 I.E. (in 0,05 I.E.-Schritten) für 0-12 h

Omnipod

In 60-min-Schritten

0-200 % (in 10 %-Schritten) für 0-24 h

DANA Diabecare RS

Kleinste Basalschritte der Insulinpumpen

0,025 I.E/h

Minimed 670G

Minimed 640G

0,02 I.E/h

Accu-Chek Insight

YpsoPump

0,04 I.E/h

Dana Diabecare RS

0,05 I.E/h

Accu-Chek Combo

Omnipod


Größte Basalschritte der Insulinpumpen

??? I.E/h

Accu-Chek Combo

Omnipod

??? I.E/h

Accu-Chek Combo

Omnipod

Ist die Insulinpumpe für ein Kind?

Als Erstes sollten Sie sicherstellen, dass die Insulinpumpe für das Lebensalter Ihres Kindes zugelassen ist.

Des weiteren benötigen Säuglinge und Kinder geringe Insulinmengen, die genau dosiert werden muss. Daher eignen sich Insulinpumpen, die besonders kleine Basalraten (I.E./h) abgeben können.

Außerdem haben Kinder sehr unterschiedliche Tagesabläufe oder sind häufiger krank und haben daher wechselnden Insulinbedarf, den man über sog. Basalratenprofile programmieren kann.

Entscheidungsgrundlage

Besonders kleine Basalraten (I.E./h)

Eine Insulinpumpe für ein (Klein-) Kind sollte eine möglichst kleine Balsalraten pro Stunde abgeben können.

Zusätzliche Basalratenprofile

Mit dem Diabetesteam besprechen Sie bspw. die Unterschiede für Schultage, Wochenende, Krankheit, Urlaub und der Insulinbedarf wird entsprechend berechnet. Nach der Programmierung in der Pumpe kann die richtige Auswahl der Basalrate zur Therapie-anpassung getroffen werden. Eine Übersicht der programmierbaren Basalratenprofile finden sie hier.

 

Alterszulassung

ohne Altersbegrenzung

Minimed 640G

Accu-Chek Insight

Accu-Chek Combo

Dana Diabecare RS

Ypsopump

Omnipod

ab 7 Jahre

Minimed 670G

Basalraten und - Profile

Persönliche Kriterien

Ich bevorzuge eine integrierte CGM-Option

Insulinpumpen mit integrierter CGM-Option lassen sich mit dem entsprechenden CGM-System koppeln. Hierbei gibt es verschiedene Algorhitmen. Einmal die Abschaltung bei erwarteter oder eingetretener Hypoglykämie und zum anderen die adaptive basale Insulinabgabe auf Grundlage der Glukosedaten.

Da nur wenige Insulinpumpen eine integrierte CGM-Option bieten, schränkt dieses Kriterium die Insulinpumpenauswahl stark ein.

Entscheidungsgrundlage

Eine Kombination eines CGM-Systems mit einer Insulinpumpe hat gravierende Vorteile für das Erreichen eines stabilen Stoffwechsels. Die Systeme sind mit Alarmfunktionen ausgestattet, um Überzuckerungen (Hyper) oder Unterzuckerungen (Hypo) zu vermeiden. Für Betroffene, die viele Hypoglykämien, besonders in der Nacht, nicht merken, ist die Hypoabschaltung eine enorme Entlastung. Es gibt die Möglichkeit alle Alarme stumm zu schalten und kann beruhigt schlafen, trotzdem die Insulinabgabe unterbrochen und wieder aufgenommen wurde.

CGM-Optionen von Insulinpumpen

Mit CGM Option

Minimed 670G

Minimed 640G

Mit autom. Basalabgabe

Minimed 670G

Ohne CGM Kopplung

Accu-Chek Insight

Accu-Chek Combo

YpsoPump

Dana Diabecare RS

Omnipod

Wie möchte ich die Insulinpumpe tragen?

Grundlegend lassen sich zwei Typen von Insulinpumpen unterscheiden.
Insulinpumpen mit abkoppelbarem Infussionsset, bestehend aus Schlauch und Kanüle und die schlauchlosen Insulinpumpen (Patch-Pumpe) mit integrierter Kanüle.

Entscheidungsgrundlage

Ob Sie eine Insulinpumpe mit oder ohne Schlauch bevorzugungen, hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Wünschen zum Trageort der Insulinpumpe ab. 

Wenn Sie z.B. sportlich aktiv sind, oder bei Kindern, sollten Sie im Besonderen überlegen, an welcher Körperstelle die Pumpe bzw. das Infusionsset getragen werden soll und/oder ob Sie eine schnelle Abkopplung des Infusionssets möchten. Eine Patchpumpe können Sie z.B. am Oberarm befestigen, kann aber nicht spontan abgelegt werden.

Hinweis: Mit der Wahl der Insulinpumpe schränken Sie die Auswahl an verwendbaren Infusionssets ein. Mit unserer Entscheidungshilfe für Infussionssets erhalten Sie einen Überblick der Eigenschaften (z.B. Kanülen-Typ oder Schlauchlänge) sowie deren Vor- und Nachteile beim im Anlegen, bei der Tragedauer sowie beim Tragekomfort und -ort von Infusionssets. Welche Infusionssets es für welche Insulinpumpe gibt, finden Sie in der Übersicht der verfügbaren Infussionssets.

Tragemöglichkeiten

Mit Infusionsset

Minimed 670G

Minimed 640G

Accu-Chek Insight

Accu-Chek Combo

Dana Diabecare RS

YpsoPump

Schlauchlos

Omnipod

Ich möchte eine vorgefüllte Insulin-Ampulle

Die meisten Pumpen sind mit einem befüllbaren Reservoir ausgestattet. Dies bedeutet, dass der Anwender das verordnete Insulin mit den entsprechenden Aufziehhilfen selbst befüllt. Es gibt aber auch Insulinpumpen, bei denen Sie eine mit Insulin vorgefüllte Ampulle (z. B. mit NovoRapid oder Insuman Infusat) einlegen können.

 

Entscheidungsgrundlage

Klären Sie zunächst, welches Insulin bei Ihnen verordnet werden muss, denn nicht jedes Insulin gibt es vorgefüllt (Fertigampullen).

Vorgefüllte Ampullen sind einfacher im Handling, da diese nur noch in die Pumpe eingelegt werden müssen. Dies ist von Vorteil, wenn Sie beim Füllvorgang Schwierigkeiten haben. (z. B. durch Zittern oder eingeschränktes Sehvermögen, so dass mögliche Luftblasen nicht erkannt werden).

Wenn Sie Ihr Insulin selbst befüllen, sollten Sie darauf achten, dass Sie in die Insulinpumpe ein befüllbares Reservoir einlegen können. 

Wichtig! Nicht jedes Insulin ist für jede Pumpe zugelassen, Informationen dazu finden Sie im jeweiligen Handbuch der Pumpe.

Insulinpumpen mit Reservoir und vorgefüllten Ampullen

Vorgefüllte Ampullen

Accu-Chek Insight (Novo Rapid Pump-Cart)

 Accu-Chek Combo (Insuman Infusat)

Mit Reservoir

Minimed 670G

Minimed 640G

Accu-Chek Combo

Dana Diabecare RS

Omnipod

YpsoPump

Ich möchte einen Bolusrechner nutzen?

Viele Anwender*innen haben für sich den Vorteil eines Bolusrechners entdeckt, einmal zur Berechnung der Mahlzeiten und zum anderen für die Korrektur erhöhter Blutzucker-Werte. Hier unterscheiden sich die Insulinpumpen, ob dieser Bolusrechner in der Pumpe integriert ist oder ein Steuergerät dafür verwendet wird oder eine Bolusabgabe appgesteuert möglich ist.

Entscheidungsgrundlage

Die Entscheidung für die Nutzung eines Bolusrechners ist in den meisten Fällen aus therapeutischen Gründen. Die Bolusrechner haben den Vorteil, dass das aktive Insulin bei der Berechnung berücksichtigt wird und es dadurch zu weniger Unterzuckerungen kommt.

Insulinpumpen, die sich über eine  Fernbedienung oder App steuern (z.B. zur Abgabe des Bolus) lassen, bieten den Vorteil, dass die Bedienung sehr diskret erfolgt und die Pumpe nicht aus der Halterung etc. geholt werden muss. Der Vorteil einer Insulinpumpen App ist, dass Sie meist zusätzlich Ihre gesamten Diabetes Managementdaten speichern und verwalten.

Bei Insulinpumpen mit einer App ohne direkte Steuerungsfunktion tauschen App und Insulinpumpe gesammelte Daten. Es gibt aber keine direkte Steuerungsfunktion (für die Bolusabgabe) der Insulinpumpe.

Bei Insulinpumpen mit Steuerungsfunktion per App, dient das Gerät, auf dem die App installiert ist, als Fernbedienung, z.B. zur Abgabe des Bolus.

Insulinpumpen mit Fernbedienung besitzen einen Bolusrechner inkl. der Funktion zur Bolusabgabe, meist ist in der Fernbedienung auch gleich ein Blutzuckermessgerät integriert.

(Bolus) -Steuerung der Insulinpumpen

Über App steuerbar

Dana Diabecare RS

Per Fernbedienung

Minimed 670G

Minimed 640G

Accu-Chek Combo

Omnipod

(Nur) Datenaustausch per App

YpsoPump

Ohne Fernsteuerung

Accu-Chek Insight

Integrierter Bolusrechner in der Pumpe

Minimed 670G

Minimed 640G

Dana Diabecare RS

Frage nach dem maximalen Bolus

Was ist der (maximale) Bolus

Entscheidungsgrundlage

Welche Boli benötige im Schnitt? Reichen die maximal abgebabarene Bolui einer Pumpe für mich aus?

Maximaler Bolus der Insulinpumpen

25 IE

Minimed 670G

Accu-Chek Insight

30 IE

Omnipod

Ypsopump

50 IE

Accu-Chek Combo

 

75 IE

Minimed 640G

80 IE

Dana Diabecare RS

Ich gehe regelmäßig Schwimmen oder Tauchen

Die meisten Pumpen sind ab Werk zwischen 1h und 24h wasserdicht. Der Omnipod ist sogar 60 min bis zu 7,6m Wassertiefe geschützt. Wichtig ist, dass Sie sorgsam mit Ihrer Pumpe umgehen und diese regelmäßig z.B. auf Haarrisse kontrollieren. Zusätzlich sollten Sie unbedingt die Vorgaben des Hersteller bzgl. Austausch von Zubehör (z. B. Batteriefachedeckel oder Adapter) befolgen.

Entscheidungsgrundlage

Wenn Sie regelmäßig schwimmen gehen, so sollten Sie darauf achten, dass Ihre Insulinpumpe möglichst gut wassergeschützt ist. Vermeiden Sie allerdings Tauchgänge, Saunabesuche und Whirlpools mit Ihrer Insulinpumpe, da die Pumpen bzw. das darin enthaltene Insulin keinem hohen Wasserdruck oder hoher Hitze ausgesetzt werden sollte

Hinweis: Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie Ihre Pumpe aber auch für einen kurzen Zeitraum ablegen. (z. B. beim Duschen). 

Wasserdichte von Insulinpumpen

Zum Tauchen geeignet

Omnipod

Zum Schwimmen geeignet

Minimed 670G

Minimed 640G

Accu-Chek Insight

Accu-Chek Combo

YpsoPump

Generelle Anforderungen an Insulinpumpen

Um die Wahl zu erleichtern, werden im folgenden die Grundanforderungen für den Benutzer aufgelistet:

  • Die basale Insulinzufuhr muss mit großer Genauigkeit und möglichst in kleinen Mengen in jeweils kurzen Zeitabständen erfolgen.
  • Die Basalrate muss fein abstufbar sein, d. h. die Insulingabe pro Stunde möglichst in 0,1-Schritten oder weniger.
  • Die Basalrate muss vom Anwender leicht zu verändern sein. Gleichzeitig sollte sichergestellt sein, dass ein versehentliches Verstellen der Basalrate, z. B. beim »blinden« Bedienen der Insulinpumpe zur Bolusabgabe unter der Kleidung, nicht möglich ist.
  • Die Insulinpumpe sollte ein differenziertes Alarmsystem besitzen und Signale aussenden bei: Batterieversagen, Katheterverstopfung, leerer Ampulle, Elektronikstörungen.
  • Die Insulinpumpe sollte eine Sicherheitsschaltung besitzen, so dass sie sich nach einer bestimmten Zeitspanne (z. B. 10-12 Stunden) selbständig ausschaltet, wenn sie nicht bedient wird. Dies ist besonders für allein lebende Diabetiker in Anbetracht möglicher schwerer Hypoglykämien ein großer Schutz. Die komplette Insulinabgabe muss leicht zu unterbrechen (=Pumpe in Stopp zu setzen) sein.
  • Die Insulinpumpe sollte anschließend Alarmtöne in Abständen von einigen Minuten abgeben, um daran zu erinnern, sie wieder anzustellen. Die Pumpe sollte über einen Datenspeicher verfügen, welcher Zeit und Menge der letzten Boli, die letzten Alarme sowie den noch verfügbaren Ampulleninhalt angibt.
  • Die Insulinpumpe sollte problemlos bedient werden können, d. h. die Handhabung zur Bolusabgabe sollte auch durch die Kleidung hindurch möglich sein. Ein versehentliches Auslösen der Bolusabgabe bzw. eine ungewollte Veränderung der Basalrate sollte unmöglich sein. Die Bolusabgabe sollte in kleinen Schritten und möglichst unauffällig (leise) erfolgen.
  • Die Insulinpumpe sollte robust, stoßfest und wasserfest sein. Die Insulinpumpe sollte klein und leicht zu tragen sein. Die Funktionstöne sollten gut hörbar sein aber auf Wunsch auch abgestellt und durch Vibrationen ersetzt werden können. (Dies gilt nicht für Alarme!) Die Insulinpumpe muss der europäischen Medizinprodukte–Gesetzgebung entsprechen und in entsprechenden Sicherheitsuntersuchungen geprüft worden sein.

Einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften und Funktionen von gängigen Insulinpumpen, die in Deutschland erhältlich sind, finden Sie auf unserer Insulinpumpenübersicht (pdf).

Autorin

Autorin Jeannette BirkholzJeannette Birkholz, Insulinpumpen-Referentin: 1982 wurde bei mir der Typ 1- Diabetes diagnostiziert, seitdem ist Diabetes mein ständiger Begleiter. Mein größtes Glück war 2007, als ich mit der Insulinpumpentherapie beginnen konnte, später kam noch das CGM hinzu. Die spannende Entwicklung der modernen Technologie zu verfolgen und neue Produkte auszuprobieren ist eine Bereicherung für meinen Alltag.

Seit 2008 bin bei Mediq Direkt Diabetes tätig und gebe gern, in meiner Funktion als Insulinpumpen-Referentin, mein Wissen und viele eigene Erfahrungen an unsere Kunden weiter. Während meiner Tätigkeit im Außendienst für die Firma Mediq Direkt Diabetes habe ich erfahren, wie wissbegierig unsere Kunden sind und besonderen Wert auf kompetente Beratung legen. Ich freue mich, Ihre Ansprechpartnerin zu sein und möchte Sie unterstützen, die kleinen und großen Hürden des Alltags zu meistern.

Ganz privat liebe ich den Strand und das Meer. Das liegt daran, dass ich an der Ostseeküste aufgewachsen bin und noch heute glücklich dort lebe.

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