Wie erfolgt eine Insulininjektion?

Grundsätzlich muss die Insulininjektion in das Fettgewebe unter der Haut und nicht in das darunter liegende Muskelgewebe erfolgen. Hierdurch ist eine gleichmäßige Insulinverteilung gewährleistet.

Die Oberhaut, die dazu durchstochen werden muss, ist etwa 1,8 bis 2,5 mm dick. (Bei 95 % der Menschen). Die Dicke des darunter liegenden Unterhautfettgewebes variiert, abhängig von verschiedenen Faktoren wie z. B. Geschlecht, Statur, Körperregion.

Platzierung des Insulins im Unterhautfettgewebe

Platzierung des Insulindepot im Unterhautfettgewebe

Mit der Insulininjektion ins Unterhautfettgewebe wird ein Insulindepot platziert, dass sich mit der Zeit wieder abbaut. So erfolgt die Aufnahme des Insulins mit der richtigen Geschwindigkeit.

Mit der Insulininjektion ins Unterhautfettgewebe wird ein Insulindepot platziert, das sich mit der Zeit wieder abbaut. So erfolgt die Aufnahme des Insulins mit der richtigen Geschwindigkeit. Um sicherzustellen, dass das Insulin ins Fettgewebe und nicht ins Muskelgewebe gespritzt wird, können Sie mithilfe von Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte bilden. Der Einstich kann je nach Vorliebe im Winkel von 90° oder 45° erfolgen.

Die Injektion an sich soll langsam und gleichmäßig erfolgen. Warten Sie anschließend mind. 10 Sekunden (bei größeren Insulinmengen 20 Sekunden) bevor Sie die Nadel herausziehen. So gewährleisten Sie, dass kein Insulin zurückfließt. Insulinmengen > 30 I.E. sollten auf zwei Injektionen verteilt werden. 

Wählen Sie mit Ihrem Arzt gemeinsam, die passende Nadellänge zu Ihrer Injektionstechnik.

Injektionsstellen

Geeignete Einstichstellen am Körper für KatheterDie bevorzugten Injektionsbereiche sind Bauch, Beine und Gesäß. Um eine Injektion ins Muskelgewebe zu verhindern, sollte der Oberarm nur dann für Injektionen verwendet werden, wenn eine Hautfalte gebildet werden kann und nach Schulung durch das Diabetesteam.

Nach jeder Injektion ist die Injektionsstelle zu wechseln. Dazu ist ein leicht zu befolgender Rotationsplan besonders günstig. 

Pen-Nadeln sind Einmalprodukte

Pennadeln

Sicherlich hat Ihr behandelnder Arzt oder Ihr Diabetesteam Sie im Rahmen der Diabetesschulung schon darauf hingewiesen, dass Pen-Nadeln genauso wie auch Blutzuckerlanzetten und Spritzen als Einmalprodukte zugelassen sind. 

Sie sollten daher niemals mehrfach verwendet werden. Auf den Verpackungen dieser Produkte ist dies entsprechend durch eine durchgestrichene 2 gekennzeichnet.

Moderne Pen-Nadeln sind klein und ganz fein. Durch ihre Silikon-Beschichtung und den speziellen Schliff ist der Einstich kaum zu spüren. Allerdings ist die Beschichtung bereits nach dem ersten Einstich abgenutzt, die Pen-Nadeln werden  stumpfer und die Einstiche schmerzhafter. Darüber hinaus besteht das Risiko von sogenannten Lipodystrophien, Veränderungen und Wucherungen des Unterhautfettgewebes. 

 

Abnutzung von Pennadeln bei Mehrfachverwendung

ACHTUNG:

Durch den mehrfachen Gebrauch kann sich die Nadel verformen, ist nicht mehr steril und verletzt das Gewebe.

Damit ist nicht mehr gewährleistet, dass die benötigte Menge Insulin in den Körper gelangt, davor warnt auch der VDBD (Verband der Diabetes- Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland).

Die Regelversorgung von Menschen mit Diabetes gewährleistet eine ausreichende Anzahl von Pen-Nadeln für die Einmalverwendung. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten hierfür. Tun Sie etwas für Ihre Gesundheit und verwenden Sie Pen-Nadeln nur einmal.

Wussten Sie…

In Deutschland verwenden gerade mal 7 % aller Menschen mit Diabetes Ihre Pen-Nadeln nur einmal. Damit sind wir Schlußlicht im Europavergleich. In Frankreich wechsenl 87 %der Verwender nach jedem Stich ihre Pen-Nadel.

(Studie der GfK HealthCare von 2004)

Sichere und hygienische Entsorgung nach Gebrauch

Entsorgungsbox für PennadelnPen-Nadeln sollten nach Gebrauch so entsorgt werden, dass das Verletzungsrisiko und somit eine potenzielle Infektionsgefahr (zum Beispiel für Hausmitbewohner) sicher ausgeschaltet ist. 

Diverse Gefäße im Haushalt gewährleisten dies nicht in dem gewünschten Maße. Deshalb gibt es dafür spezielle Entsorgungsboxen. Manche Hersteller von Pen-Nadeln denken weiter: Sie bieten nicht nur schmerzarme und nach den internationalen ISO-Normen hergestellte Nadeln, sondern liefern mit den Pen-Nadeln auch gleich noch patentierte Entsorgungsboxen nach DIN EN ISO 23907. Nach Verschluss können sie bequem mit dem Hausmüll entsorgt werden.

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