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Einflüsse auf den Blutzuckerspiegel

Neben der Ernährung und der praktizierten Therapie (z. B. blutzuckersenkende Tabletten oder Insulin) haben verschiedene andere Faktoren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel:

Sport

Frau beim Tennis am Strand
  • Bewegung steigert die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen. Bei körperlicher Aktivität sinkt der Insulinbedarf.
  • Bewegung senkt den Blutzucker: Die für den Sport benötigte Energie wird in Form von Glukose verbraucht. 
  • Durch Sport wird Muskulatur aufgebaut – und diese verbraucht auch in Ruhe mehr Energie (Glukose) als Fettgewebe.
  • Sport hilft, vorhandenes Übergewicht abzubauen.
  • Ausdauersport senkt die Blutfettwerte, die ebenso wie Diabetes als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten.


Da Übergewicht bei Menschen mit Typ-2-Diabetes eine häufige Begleiterscheinung ist, sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren zu bevorzugen. Geeignet sind alle Ausdauersportarten bei mittlerer Intensität, d. h. eine dynamische Belastung mit hohem Energieverbrauch, z. B. Wandern oder Walking. 

Alkohol

Alkohol beeinflusst den Blutzuckerspiegel negativ und kann Unterzuckerungen auslösen. Trinken Sie max. 1-2 kleine Gläser pro Tag! Beachten Sie, dass Alkohol nach Fett den höchsten Kaloriengehalt und damit erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Übergewicht hat. Darüber hinaus hemmt Alkohol die Freisetzung von Glukose aus den Leberspeichern (Gluconeogenese), wodurch der Blutzucker sinkt. Schon ab einem Blutalkoholspiegel von 0,45 Promille ist die Zuckerfreisetzung gestört. 

Je mehr Alkohol ein Diabetiker trinkt, desto stärker und länger ist dieser Stoffwechselprozess gehemmt. Wie stark der Alkohol den Blutzuckerspiegel senkt, ist jedoch nicht berechenbar. Durch blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin sinkt der Blutzucker noch weiter. Es kommt zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie), meist vier bis sechs Stunden nach Alkoholkonsum. Eine ausgeprägte Hypoglykämie während des Schlafens, kann sogar lebensbedrohlich werden.

Erkrankungen

Jede Begleiterkrankung stellt eine zusätzliche Belastung für den Körper dar und hat bei Diabetikern auch Einfluss auf den Stoffwechsel. Insbesondere Infekte mit und ohne Fieber können die Blutzuckereinstellung z. T. massiv aus dem Gleichgewicht bringen. Der Körper ist in Alarmposition und die Stress-Hormone lassen den Blutzucker ansteigen. 

Jede Infektionskrankheit vermindert die Insulinempfindlichkeit und erhöht den Insulinbedarf. Bei gleicher Nahrungsaufnahme steigt der Insulinbedarf oft um 30-50 % an. Dies kann eine vorübergehende Insulinbehandlung erforderlich machen. Bereits mit Insulin behandelte Patienten gleichen dies durch häufigere Blutzuckermessung und entsprechende Insulindosisanpassung aus. Das notwendige Wissen dazu vermitteln entsprechende Schulungen bei Ihrem Diabetologen. 

Sprechen Sie hierzu mit Ihrem behandelnden Arzt! Bei Werten über 13,3 mmol/l (240 mg/dl) muss auf Ketonkörper getestet werden. In solchen Situationen sind regelmäßige Blutzuckertests, Trinken von viel Wasser und Anpassungen der Insulindosis notwendig, um den Blutzucker unter Kontrolle zu bringen.

Bei anhaltendem Erbrechen und Durchfall, auch im Urlaub, rechtzeitig einen Arzt aufsuchen. Halten Sie dann den Diabetikerausweis, Ihr Therapieschema und Ihr eigenes Insulin bereit.