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Zuckerwerte und deren Folgen

Die Blutzucker-Selbstkontrolle bietet die Möglichkeit, den Erfolg von Therapiemaßnahmen richtig zu beurteilen, Stoffwechselentgleisungen rechtzeitig zu erkennen und die Auswirkungen verschiedener Einflussfaktoren (Ernährung, Bewegung, Stress, Erkrankungen) richtig einzuschätzen. Damit trägt sie ganz entscheidend zur Motivation und Eigenverantwortung im Diabetesalltag bei und gibt Ihnen Sicherheit. Wie häufig der Blutzucker gemessen werden soll, ist von der jeweiligen Behandlung und der individuellen Krankheitssituation sowie den Lebensumständen abhängig.

Fehler bei der Blutzuckerselbstkontrolle vermeiden

Die Hände sollen vor der Blutzuckermessung sauber und trocken sein, also idealerweise frisch gewaschen und gut abgetrocknet. Alkoholrückstände aus Desinfektionsmitteln immer vollständig verdunsten lassen, weil sonst ebenso wie bei Rückständen von Handcremes oder durch Schweiß die Messwerte beeinflusst werden können.

Achten Sie bei der Blutentsdsnahme darauf, schon vor dem Stich die Durchblutung im Finger durch Wärme oder Massieren zu erhöhen, damit ohne Pressen ein ausreichend großer Blutstropfen gewonnen werden kann. Das Testfeld des Teststreifens sollte ohne Pause vollständig gefüllt werden, um Messwertabweichungen zu vermeiden.

Beratung von Mediq DirektDie Reaktionsenzyme auf den Blutzuckerteststreifen sind feuchtigkeits- und temperaturempfindlich, daher müssen die Teststreifen in den Originalgefäßen und fest verschlossen aufbewahrt werden. Verwenden Sie Teststreifen nur bis zum auf der Teststreifendose aufgedruckten Haltbarkeitsdatum b. z. w. den Herstellerangaben zum Verwendungszeitraum nach Anbruch der Packung. Bei Blutzuckermesssystemen mit Codierung achten Sie darauf, bei jeder neuen Packung Teststreifen den eingestellten Code zu überprüfen und gegebenenfalls neu einzustellen. Die Codierung gleicht kleine produktionstechnische Unterschiede zwischen verschiedenen Produktchargen aus, so dass bei richtigem Code auch das korrekte Messergebnis angezeigt wird.

Der Temperaturbereich, in dem Blutzuckermessgeräte zuverlässige Werte anzeigen, liegt zwischen 10 und 35 °C. Bei großer Hitze sollten die Teststreifen an einem kühlen Ort gelagert und nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.





Mögliche Fehlerquellen

  • Zuckerreste an den Fingern
  • Reste von Desinfektionsmitteln an den Fingern
  • falsche Codenummer
  • verfallene oder feucht gewordene Teststreifen
  • zu hohe oder zu niedrige Umgebungstemperaturen

Lanzetten

Dank modernster Produktionstechniken sind Lanzetten zum preiswerten Massenprodukt geworden, so dass eine Wiederverwendung der Einmalprodukte aus Kostengründen nicht notwendig ist.

Die Lanzetten heute sind so fein geschliffen, dass sie beim Einstich kaum mehr zu spüren sind. Sie werden aber dadurch schon beim ersten Einstich leicht beschädigt. Mit jeder weiteren Nutzung werden sie stumpfer und rauer, was man nur unter dem Mikroskop gut erkennen kann. Verwenden Sie Ihre Lanzetten daher nur einmal!

Tipps zur Blutentnahme - zehn kleine Fingerlein fühlen sich gut an...

So einfach geht's:

Sie beginnen am Mittelfinger. Die Einstichstelle soll auf der dem Zeigefinger gegenüberliegenden Seite sein. Achten Sie darauf, dass Sie immer seitlich der Fingerbeere einstechen, dann tut es fast nicht weh, weil dort weniger Nerven verlaufen.

10 Finger

Bei der nächsten Messung nehmen Sie die andere Fingerseite (Einstichstelle 2). Wie die Abbildung zeigt, zählen Sie einfach weiter mit jeweils einem anderen Finger. Nach dem ersten Durchgang fangen Sie wieder am Mittelfinger Ihrer linken Hand an (Einstichstelle 13).  Alles funktioniert genauso wie vorher, nur die Einstichstelle verschieben Sie etwas weiter nach unten zum Fingergelenk hin.

So schaffen Sie 24 Messungen bis Sie wieder bei derselben Stelle ankommen ohne Daumen und Zeigefinger zu benutzen.  Probieren Sie es aus! 

Störfaktoren

Die Blutglukosebestimmung mit einem Blutzuckermessgerät kann durch die Einnahme von Medikamenten beeinflusst werden. Dabei sind die normalen therapeutischen Insulinabgaben in der Regel unproblematisch, bei Kombination von mehreren Mitteln oder Überdosierung können aber durchaus verfälschte Blutzuckermesswerte auftreten. Bei Messwertabweichungen ist daher der Rat des behandelnden Arztes einzuholen.

Dokumentation der gemessenen Werte

Mediq Direkt Tagebücher Es ist wichtig, dass die gemessenen Werte z. B. in einem Blutzuckertagebuch dokumentiert werden, sinnvollerweise auch mit entsprechenden Anmerkungen (mehr oder weniger Bewegung, Erkrankung, Angaben zu Mahlzeiten und blutzuckersenkenden Tabletten bzw. Insulindosis etc.).

Eine sorgfältige Dokumentation ist Grundlage für die Beratung mit Ihrem behandelnden Arzt oder dem/der Diabetesberater/-in. Sie ist hilfreich bei der Therapieanpassung und z. B. der Einschätzung in besonderen Situationen.  Mit Hilfe spezieller Softwareprogramme lässt sich das Tagebuch auch direkt am PC führen. Die Programme garantieren eine übersichtliche Darstellung der Blutzuckermesswerte und eine umfassende Auswertung mit Statistikfunktionen, Mittelwertberechnungen etc. Für eine individuelle Beratung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Gesundheits-Pass Diabetes der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Abbildung GesundheitspassDer Gesundheits-Pass Diabetes ist Ihr persönlicher Diabetes-“Ausweis“. Bei sorgfältiger Führung dokumentiert er alle wichtigen Informationen (z. B. individuelle Therapieziele, Ergebnisse von Untersuchungen) zu Ihrer Erkrankung und trägt dazu bei, die Behandlung und Betreuung zu optimieren.

Darüber hinaus können Sie mit Hilfe des Passes auch  andere Ärzte über Ihre Zuckerkrankheit sowie die aktuellen Behandlungserfolge informieren - z. B. bei einem Krankenhausaufenthalt, dem Besuch eines spezialisierten Arztes, im Urlaub oder bei Wohnortwechsel.


Blutzuckermesssysteme Vollblut-/Plasmakalibiert

Auf dem deutschen Markt wird eine Vielzahl von Blutzuckermesssystemen zur Selbstkontrolle angeboten. Diese sind – je nach Hersteller - entweder auf Vollblut oder auf Blutplasma (Blutflüssigkeit ohne Blutkörperchen) kalibriert (abgeglichen). 

Um die weltweite Vergleichbarkeit von Blutzuckerwerten zu ermöglichen, empfiehlt die IFCC (International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine), Blutzuckerwerte einheitlich als Plasmawerte anzugeben. Blutzuckertestsysteme sollten daher zukünftig dieser Empfehlung entsprechen. 

Worauf ist zu achten?
Der Zuckerwert bei Teststreifen für Blutplasma ist - bei Verwendung des gleichen Blutstropfens - ca. 10-15 % höher als bei Teststreifen für Vollblut.

Beispiel:  
11,1 mmol/l bzw. 200 mg/dl (vollblutkalibriertes Messsystem)
entspricht 
12,2-12,8 mmol/l bzw. 220-230 mg/dl (plasmakalibriertes Messsystem)

Was bedeutet das für Sie?
Diese 10-15 % höheren Messwerte haben in der Regel keinen Einfluss auf die Behandlung Ihres Blutzuckers. Sofern Sie mehrmals täglich Insulin spritzen oder mit einer Insulinpumpe Ihren Blutzucker einstellen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob der Zielbereich Ihrer Blutzuckerwerte gegebenenfalls angepasst werden muss. In jedem Fall sollten Sie auch weiterhin die Hinweise in den Packungsbeilagen der Hersteller beachten!

Blutzuckergedächtnis oder HBA1C - wichtiges Hilfsmittel zur Therapiekontrolle

Wenn Ihr behandelnder Arzt vom „Blutzuckergedächtnis“ spricht, dann meint er damit den HbA1C-Wert. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich ein bestimmter Anteil des roten Blutfarbstoffes, des Hämoglobins (Hb). Dieser bindet Sauerstoff und transportiert ihn von der Lunge in unsere Körperzellen. 
An einen Teil des Hämoglobins kann sich darüber hinaus der ebenfalls im Blut befindliche Zucker anheften. Dieser mit Zucker beladene Teil des Hämoglobins hängt sehr stark vom Blutzuckerspiegel ab: Er ist umso größer, je mehr Zucker sich im Blut befindet.

Für den behandelnden Arzt ist er von so großem Interesse, weil er sich – im Gegensatz zum Blutzucker – nicht kurzfristig ändert. Der Blutzucker schwankt im Laufe des Tages unter Umständen erheblich, zum Teil innerhalb weniger Minuten. Somit stellt die Blutzuckerbestimmung immer nur eine Momentaufnahme - ähnlich wie ein Schnappschuss beim Fotografieren - dar.

Die chemische Bindung zwischen dem Hämoglobin und dem Zucker ist dagegen ziemlich stabil, hält mehrere Wochen und gibt daher Auskunft über den Blutzuckerspiegel in dieser Zeit (durchschnittlich 8-10 Wochen). Deshalb ist die Bezeichnung „Blutzuckergedächtnis“ dafür sehr treffend. Die Lebensdauer eines roten Blutkörperchens beträgt ca. 100 Tage, anschließend wird es ersetzt und damit auch das Hämoglobin erneuert. 


Normalwerte und internationale Vergleichbarkeit

Die Meßmethode und die Maßeinheiten waren bisher international nicht standardisiert und damit nicht vergleichbar. In Deutschland wurde der HbA1C-Wert in % angegeben. 

Umrechnung HBA1C

Jetzt gibt es einen neuen, reineren HbA1C-Standard (nach IFCC, Interna

tional Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine). Der Wert wird nunmehr international einheitlich (frz.: SI - Systeme internationale) in mmol HbA1C pro mol Hämoglobin (kurz: mmol/mol) angegeben. Der Normalbereich des HbA1C-Wertes liegt bei 20–42 mmol/mol.

Die Umrechnung (zu verwenden seit 31.03.2010) von HbA1C [%] in HbA1C [mmol/mol] erfolgt nach der Formel: 

HbA1C [mmol/mol] = (HbA1C [%] – 2,15) × 10,929