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Orale Therapie bei Diabetes mellitus Typ 2

Heute steht eine Vielzahl der sogenannten oralen Antidiabetika (blutzuckersenkende Tabletten) mit unterschiedlichen Ansatzpunkten und Wirkungen zur Verfügung, aus welchen der Arzt individuell das passende Medikament auswählt.

Arzneimittel, die die schnelle Aufnahme von Zucker aus dem Darm hemmen (Wirkstoffe: Acarbose, Miglitol)

Sie sollen Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten abschwächen, indem sie im Darm die Umwandlung von Stärke in Glukose hemmen. Die Aufnahme von Glukose im Darm wird dadurch verlangsamt und es kommt nicht zu einem schnellen und hohen Anstieg des Blutzuckers nach dem Essen.

Arzneimittel, die die Aufnahme von Zucker aus dem Harn in der Niere hemmen (Dapagliflozin, Canagliflozin, Empagliflozin u.a.

Die SGLT2-Hemmer führen somit zu einer verstärkten Ausscheidung von Glucose über den Harn. Sie können durch den so entstandenen Kalorienverlust eine Gewichtsreduktion unterstützen und sind daher besonders für Menschen mit Typ 2 Diabetes und Übergewicht oder Adipositas geeignet.

Arzneimittel, die die Ausschüttung von Insulin fördern (Wirkstoffe: Glibenclamid, Glimepirid, Repaglinid, Nateglinid u. a.)

Medikamente dieser Gruppe regen die Bauchspeicheldrüse zu einer vermehrten Insulinproduktion an. Sie kommen damit nur für Typ-2-Diabetiker in Frage, deren Bauchspeicheldrüse noch ausreichend Insulin produzieren kann.

Arzneimittel, die die Wirkung von Insulin verstärken oder die Zuckerbildung in der Leber hemmen (Metformin, Pioglitazon, Rosiglitazon)

Diese Wirkstoffe machen die Zellen empfindlicher für die Wirkung des körpereigenen Insulins und wirken somit der Insulinresistenz entgegen. Dadurch kann Glukose wieder besser aus dem Blut in die Zellen einströmen. Folglich sinken die Blutzuckerwerte, die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse werden entlastet und die Zuckerneubildung in der Leber wird gebremst.