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Insulintherapie bei Diabetes mellitus

Wenn der Körper nicht mehr ausreichend oder überhaupt kein Insulin mehr produziert, ist das Ziel der Insulintherapie die körpereigene Insulinsekretion durch gespritztes Insulin zu ersetzen. 

Der individuelle Insulinbedarf setzt sich zusammen aus dem Insulinbedarf zur Abdeckung des Blutglukoseanstiegs nach dem Essen (Bolusbedarf) und dem Grund-Insulinbedarf zur Aufrechterhaltung eines konstanten Blutzuckerspiegels unabhängig von der Nahrungsaufnahme (Basalbedarf).

Normalinsulin (Bolusinsulin) deckt die gegessenen Kohlenhydrate ab und wirkt zur Korrektur bei erhöhten Blutzuckerwerten. 

Basalinsulin deckt den Grundbedarf  des Körpers unabhängig von der Nahrungsaufnahme ab und dient nicht als Insulindosiskorrektur. 

Konventionelle Insulintherapie (CT)

Bei der konventionellen Insulintherapie wird zu festgesetzten Zeiten eine bestimmte Menge Insulin gespritzt. Die Zeiten und Mengen müssen eingehalten werden. In der Regel sind Zwischenmahlzeiten erforderlich.

Es werden gewöhnlich Mischinsuline verwendet, die 2 x täglich gespritzt werden. Üblicherweise werden morgens 2/3 und abends 1/3 des Insulintagesbedarfs in den Oberschenkel gespritzt. 

Der Vorteil dieser Therapieform: In der Regel sind nur zwei Insulininjektionen pro Tag erforderlich. Nachteilig allerdings ist, dass sie keine besonders flexible Gestaltung der täglichen Mahlzeiten erlaubt. Die Mahlzeiten sollten möglichst gleichmäßig über den Tag verteilt werden, sonst besteht die Gefahr einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Oft kann mit dieser Therapieform keine zufriedenstellende Stoffwechseleinstellung erzielt werden.

Intensiviert Konventionelle Insulintherapie (ICT)

Bei der intensivierten Insulintherapie (Basal-Bolus-Prinzip) werden Mahlzeiten- und Basalinsulin getrennt gespritzt, so dass mindestens 4-5 Injektionen pro Tag notwendig sind. Das Normalinsulin oder schnellwirksame Insulin-Analog wird abhängig von der geplanten Nahrungsaufnahme und des aktuellen Glukosespiegels vor den Mahlzeiten und das Basalinsulin je nach Insulin 1-3 x tgl. unabhängig von den Mahlzeiten verabreicht. 

Diese Therapie kommt den normalen physiologischen Gegebenheiten weitaus näher als die CT und stellt heute den Standard bei der Insulintherapie dar. 

Insulinpumpentherapie (CSII = Continuous Subcutaneous Insulin Infusion)

Die Insulinpumpentherapie kann als eine Sonderform der ICT betrachtet werden. Eine Insulinpumpe ist ein kleines Infusionsgerät, das über einen Kunststoff-Katheterschlauch und eine im Unterhautfettgewebe liegende Kanüle den Körper mit dem benötigten Insulin versorgt. Die bedarfsgerechte, kontinuierliche Insulinzufuhr ahmt die Insulinfreisetzung beim Nichtdiabetiker nach, was eine noch bessere Stoffwechselkontrolle ermöglichen kann.