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Personalisierte Diabetologie "innovativ-individuell-nachhaltig"

1. Juni 2015 | News

Unterwegs auf dem DDG

Unter diesem Motto fand vom 13. bis 16. Mai die 50. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft(DDG) in Berlin statt. Dort trafen sich etwa 6.000 Ärzte, Diabetesassistenten und –berater, medizinisches Fachpersonal und Forscher.

Im Focus des Kongresses standen neben Prävention, Umweltfaktoren und Adipositas auch genetische Einflüsse und zukünftige Diabetestherapien.

Schon die Eröffnungsveranstaltung am Donnerstagvormittag war ein großer Erfolg, bei der Eckard von Hirschhausen das Publikum begeisterte. Er hat es sich „zur Lebensaufgabe gemacht, mit Humor über das Thema Gesundheit zu reden, und den Zeigefinger nicht zum Drohen, sondern zum Kitzeln zu verwenden. Denn beim Lachen nimmt man ab! Nicht weil man dabei so sagenhaft viele Kalorien verbrauchen würde, sondern weil man beim Lachen nicht essen kann!“


DIABETESTREND UND MÖGLICHE URSACHEN

Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr als 6 Millionen Menschen mit Diabetes und jedes Jahr kommen etwa 270.000 Neuerkrankungen dazu. Deshalb sind nicht nur die Politik, Ärzte und Patienten gefragt diesen Trend zu stoppen.

Wichtig ist es, die Ursachen der Krankheit noch besser zu durchleuchten. Warum erkranken zum Beispiel manche Menschen trotz Gewichtsabnahme und sogar bei Normalgewicht an Typ-2-Diabetes? Das Tübinger-Lebensstil-Interventionsprogramm(TULIP) und die darauf basierende deutschlandweite Prädiabetes-Lebensstil-Interventionsstudie (PLIS) des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung untersuchen dieses Phänomen. Ihren Studien zufolge scheinen genetische Faktoren und der Anteil des Bauch- und Leberfetts hierbei eine besondere Rolle zu spielen.

Um die Stoffwechsellage von Menschen mit Typ-2-Diabetes zu verbessern und damit Folgeerkrankungen vorzubeugen, sollten Betroffene bisher den Lebensstil umstellen. Mit kalorienärmerer Ernährung, mehr Bewegung und Sport - hieß es - Gewicht reduzieren und damit auch den Diabetes besser in den Griff bekommen. Doch so einfach ist es nicht. „Die Studien zeigen auch, dass diese Methode nicht bei jedem Teilnehmer gleich effektiv ist“ erklärt Professor Dr. med. Norbert Stefan. „Untersuchungen zufolge müssen sieben Personen mit einer Vorstufe des Diabetes über einen Behandlungszeitraum von drei Jahren … eine Lebensstilintervention vornehmen, damit bei einer Person ein Diabetes tatsächlich verhindert werden kann.“

Es wäre denkbar, dass bestimmte Biomarker künftig dafür genutzt werden können, „das persönliche Diabetesrisiko besser vorherzusagen. So könnte festgestellt werden, welche Patienten von einer Umstellung des Lebensstils tatsächlich profitieren“.


DER NATIONALE DIABETESPLAN

Um die Prävention, Früherkennung aber auch die Therapie von Diabetes zu verbessern, wird seit Jahren ein nationaler Diabetesplan gefordert. Auch die politische Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ von diabetesDE hat dies als eines der wichtigsten Ziele.

Diese Forderung wurde in verschiedenen Vorträgen und Symposien von den Fachleuten nochmals deutlich gemacht. Denn um geeignete Strategien entwickeln zu können, fehlen verlässliche Daten über die Entwicklung des Diabetes und seiner Vorstufen, sowie ein nationales Diabetesregister.


THEMA LEBENSMITTEL


Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hat sich auf ihrem Stand mit dem Thema Ernährung auf spannende Weise beschäftigt. Hier konnten die Besucher abstimmen, ob sie bereit wären für Lebensmittel mit besonders hohem Zucker-, Fett- oder Salzanteil eine zusätzliche Besteuerung zu akzeptieren. Die Mehrzahl der Kongressteilnehmer stimmte dafür, wenn gesunde Lebensmittel dann günstiger werden.


FORTBILDUNG FÜR HAUSÄRZTE

Ein großer Teil der rund sechs Millionen Diabetiker in Deutschland wird derzeit von ihrem Hausarzt betreut. In diesem Jahr fand daher zum ersten Mal ein spezielles Fortbildungsprogramm für Hausärzte und ihr medizinisches Fachpersonal im Rahmen des Diabetes Kongresses statt. Diese Veranstaltungen am Samstag stellten einen gelungenen Abschluss der Jahrestagung dar.

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