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Sechs Pfund Glück

5. Mai 2014 | Menschen & Mediq

Mutter mit Neugeborenem

Gerade hat meine Tochter ihre Milch bekommen, nun ist ihre Welt wieder in Ordnung. Selig schlummert die Kleine in meinem Arm. Zufrieden und glücklich betrachte ich das kleine Gesicht. 

Die Monate vor ihrer Geburt waren nicht einfach, denn mein Arzt diagnostizierte bei mir plötzlich Diabetes. 
 
Ich freute mich auf mein Kind und dann der Schock: Schwangerschaftsdiabetes. Ich hatte auf ein Mal panische Angst. Ich wusste, was der Diabetes alles anrichten konnte. 
Ein zu hoher Blutzuckergehalt greift die Gefäße an, unter Umständen auch die Plazenta bis hin zur Plazentainsuffizienz, das Baby produziert selbst  zu viel Insulin, um den Blutzucker der Mutter abzubauen und unterzuckert dann nach der Geburt. Auch kann das Baby durch den Zucker zu groß werden, was bei der Geburt zu Komplikationen führen kann.

Stechen, messen, spritzen…

Zum Glück half mir mein Diabetologe, die Angst und Unsicherheit zu überwinden. Ich war nicht allein, denn etwa fünf Prozent der Frauen entwickeln während der Schwangerschaft einen Diabetes. 

Er erklärte mir außerdem, dass mein Blutzucker zum Wohl des Babys sehr oft am Tag gemessen werden sollte und ich zudem zu den Mahlzeiten Insulin in den Bauch spritzen muss. Denn es gibt auf Grund der Schwangerschaftshormone einen unterschiedlichen Bedarf an Insulin.

Mit der Zeit kristallisierte sich heraus,  dass ich die meisten Probleme nachts hatte. So musste ich um 22 Uhr und um 5 Uhr morgens Insulin mit Hilfe eines Pens injizieren. Hört sich nicht spektakulär an, aber als Schwangere ist alles anders. So war ich nach der Arbeit sehr oft müde und wäre am liebsten 19 Uhr ins Bett gegangen. Bis 22 Uhr munter zu bleiben oder mir den Wecker zu stellen war keine Lösung, denn dadurch kam mein Schlafrhythmus durcheinander. Die Folge: meine Zuckerwerte schossen in die Höhe.

Angst vor der Insulinpumpe?

Schließlich fragte mich  mein Diabetologe: „Wie wäre es mit einer Insulinpumpe?“

Ich war ziemlich durcheinander. Schließlich  möchte ich nur ein gesundes Kind auf die Welt bringen und ihm die besten Voraussetzungen für seine Gesundheit mitgeben anstatt an meinem empfindlichen Bauch  “verkabelt“ zu werden. 

Ich nehme an, so denken viele werdende Mütter oder Diabetespatientinnen mit Kinderwunsch und haben deshalb Angst vor der Insulinpumpe. Zum Glück bewahrheiteten sich meine anfänglichen Befürchtungen nicht. Dadurch, dass ein Pflaster mit einer winzigen Nadel direkt auf den Bauch geklebt wurde, brauchte ich mir nicht ständig Insulin spritzen. Die Pumpe arbeitete rund um die Uhr und lies sich dabei so einfach wie ein Handy bedienen. Benötigte ich bei den Mahlzeiten noch zusätzliche Insulin-Einheiten, konnte ich diese kurzfristig über das Menü einstellen. 

Klein, praktisch und diskret

Moderne Insulinpumpen sind  äußerst platzsparend in der Hosentasche zu verstauen oder mit Hilfe des Clips unauffällig an der Kleidung zu befestigen. Kleiner Tipp: Ich habe die Pumpe häufig in der Mitte des BHs „versteckt“. 

Selbst im Restaurant oder in der Kantine holt man die Pumpe nur aus der Hosentasche und stellt den Bolus ein. Als ich noch Pens benutzte, ging ich heimlich auf die Toilette. Wenn sich dort noch jemand anderes aufhielt, kam ich mir beim Spritzen vor wie eine Drogenabhängige. 
Außerdem musste ich in der Handtasche immer Pen und Insulin mitnehmen, mit meiner Pumpe hatte ich alles komprimiert dabei. Praktisch war auch die Erinnerungsfunktion des Gerätes, wenn Insulin oder Batterien zur Neige gehen.  

Kurz gesagt: Durch die Pumpe konnte ich wieder problemlos schlafen, unkomplizierter und unabhängiger leben. Für mich war es eine riesige Erleichterung, die sich auch durch die Verbesserung der Zuckerwerte widerspiegelte. Unsere Tochter ist im Dezember gesund und ohne Diabetes oder Übergewicht auf die Welt gekommen. Seit der Geburt bin ich glücklicherweise nicht mehr insulinpflichtig.


Lesen Sie im Mediq-Ratgeberflyer Gestationsdiabetes - Diabetes in der Schwangerschaft nach, was Sie über Schwangerschaftsdiabetes wissen müssen!

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