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CGM - der Schritt in die richtige Richtung

23. Juni 2014 | Menschen & Mediq

Ich bin Dagmar H., 58 Jahre alt, Typ-I–Diabetikerin seit 1986 und EU-Rentnerin.

Eine kurze Darstellung meiner bisherigen Diabetes­behandlung:

Angefangen hat alles mit zwei Injektionen täglich. Danach benutzte ich einen Pen und zeitgleich auch mein erstes Blutzuckermessgerät. So fühlte ich mich gut versorgt. Seit 1994 trage ich nun eine Insulinpumpe.
Jede Veränderung war stets ein Gewinn, wurde von mir aber zögernd und ängstlich angenommen. Die Bedienungsanleitungen der Geräte machten mir jedes Mal Angst.

Trotz aller Bemühungen ließen sich aber Blutzuckerschwankungen und häufige Unterzuckerungen nicht vermeiden. Besonders die Nächte wurden unerträglich. Ich ging mit riesiger Angst schlafen und wartete auf die nächste Unterzuckerung. Meine Ängste übertrugen sich auch auf meinen Mann.
Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen sowie ein zunehmendes Gefühl der Hilflosigkeit verstärkten meine Ängste. Auch mein Mann empfand die ständigen Unterzuckerungen als eine schwere Belastung. Ohne seine Hilfe und sein verantwortungsvolles Handeln hätte ich viele schwere Unterzuckerungen nicht überstanden.

Getrieben von eigener Angst, stand mein Mann immer in Alarmbereitschaft. Seine ständig übertriebene Sorge und Hilfe wurden mir mit der Zeit immer lästiger. Obwohl wir uns beide viel Mühe gaben und es auch irgendwie immer schafften, litt unsere Beziehung unter diesem Druck. Wir sehnten uns nach einer Möglichkeit, etwas zu verändern. So konnte es einfach nicht weitergehen. Jetzt wusste ich auch genau, was ich wollte. Ich wollte ein CGM-System. Ich weihte meinen Mann in meine Pläne ein. Beide waren wir uns einig, es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Nun nahm alles seinen Lauf:

Ich kaufte mir die CGM- und Insulinpumpenfibel und begann zu lesen. Eine gute Anschaffung! Bei meinem nächsten Termin in der Arztpraxis, teilte ich meiner Diabetesberaterin Frau Thurm meinen Wunsch mit. Sofort unterstützte sie mein Vorhaben. Im Gespräch wurde festgelegt, wie wir schrittweise vorgehen werden. Alles wurde ausführlich besprochen.

Zuerst musste eine neue Insulinpumpe angeschafft werden. Ich bekam eine Animas Vibe. Die Pumpe war eine gute Wahl, denn sie ist zusätzlich auf das CGM-System eingestellt. Sie ist einfach zu bedienen, genial für mich.

cgmIch wurde gut im Umgang mit der Pumpe geschult. Erst als ich sie perfekt beherrschte, folgte der nächste Schritt. Man gab mir viel Zeit. Gleichzeitig besuchte ich zwei CGM-Schulungen. In kleinen Gruppen konnte ich viel über das CGM-System erfahren. Ich erlebte, wie locker und problemlos jüngere Menschen alles bewältigten. Sie drückten selbstsicher alle Knöpfe ihrer Insulinpumpe.

Überflutet mit Informationen, fühlte ich mich total erschöpft. Große Zweifel plagten mich. Werde ich in meinem Alter und ohne jede technische Begeisterung mein Ziel erreichen? Frau Thurm erkannte meine Schwierigkeiten und gab mir wieder viel Zeit. Alles konnte ich in Ruhe verarbeiten. Gewisse Ängste begleiteten mich weiterhin, aber ich wollte nicht aufgeben. Ich las weiter viel in der CGM- und Insulinpumpenfibel. Schulungen und Fibel waren eine große Hilfe. 

Gut vorbereitet und geschult, wurde am 27.10.2013 mein erster Sensor gelegt. Freude und Angst hielten sich die Waage, aber es gab kein Zurück. Innerlich war ich auf unruhige Nächte und permanenten Alarm eingestellt. Ich drückte viel den sofort geliebten Knopf zum Abruf des aktuellen Wertes. In der ersten Nacht geschah nichts, alle weiteren Nächte geschah nichts. Ich konnte es kaum glauben und fühlte mich überglücklich. Auch die Alarmfunktionen der Pumpe gaben mir Tag und Nacht große Sicherheit.

Mein Mann und auch ich konnten auf einmal Nacht für Nacht tiefer und ruhiger schlafen. Es war für uns wie ein kleines Wunder. Sofort haben wir das CGM-System als eine innere Befreiung gespürt. Eine gemeinsame schwere Last fiel von uns ab. Obwohl ich jetzt eine Kanüle und einen Sensor am Körper trage, hat  sich keine zusätzliche Belastung eingestellt. Nun folgte noch der letzte Schritt. Alle Daten mussten aus der Pumpe ausgelesen werden. Es ist wichtig den Stoffwechselverlauf zu sehen, um die Therapie optimal anzupassen. Mit etwas Hilfe war es schnell geschafft.

Gemeinsam mit meinem Mann freue ich mich jeden Tag den Schritt in die richtige Richtung gewagt zu haben. Gefestigte Ängste bauen sich nur langsam ab. Wir spüren täglich, wie es uns besser geht. Mit dem CGM-System konnten wir gemeinsam eine grundlegende Verbesserung in der Diabetestherapie erleben. Mit viel Energie und Hilfe habe ich es geschafft. Doch all die Mühen haben sich gelohnt. Auch meine Altersgruppe sollte unbedingt jede Chance nutzen und Veränderungen annehmen. Ein Lob geht an Frau Thurm. Sie war eine gute Begleiterin.

Ja, ich liebe mein CGM-System. 

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