Service-Hotline 0800 3 42 73 25

Welches Infusionsset passt zu mir?

Welche Anforderungen sollte das Set erfüllen?

Über das Infusionsset (auch als Katheter bezeichnet) gelangt das Insulin aus der Pumpe in das Unterhautfettgewebe. Sie tragen das Infusionsset ständig rund um die Uhr. Dabei muss es eine verlässliche Insulinversorgung sicherstellen – unabhängig davon, was Sie gerade tun: Schule, Studium, Büro, Sport, Urlaub, …

Moderne Infusionssysteme gewährleisten durch entsprechende Fertigungsverfahren und verwendete Materialien in der Regel eine einwandfreie Funktion, gute Haut- und Umweltverträglichkeit sowie hohen Tragekomfort (feine Kanülen und Katheterschläuche). In der Regel bestehen die Infusionsschläuche  aus Polyethylen.

Grafik zu Infussionsset

Die Verbindungsstelle zwischen Insulinpumpe (Insulinreservoire) und Katheterschlauch bildet der universelle Luer-Lock bzw. der spezial Minimed®-Anschluss.

Das Anlegen/Setzen der Katheter (Insertieren) ist kinderleicht und durch die Verwendung ganz feiner Kanülen sehr sanft und nahezu schmerzfrei.

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Infusionssystemen. Nach der Anfangsphase, in der die Basalrate individuell angepasst wird, ist es empfehlenswert, verschiedene und für Ihre Pumpe geeignete auszuprobieren und zu testen. Überzeugen Sie sich selbst von den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Modelle und finden Sie den Katheter der für Sie am besten geeignet ist!






Was sind Entscheidungskriterien für ein bestimmtes Kathetermodell?

Die auf dem Markt von verschiedenen Herstellern angebotenen Modelle unterscheiden sich hinsichtlich Anschluss, Material und Einstichwinkel der Kanüle, An- und Abkoppelmechanismus sowie Nadel- und Schlauchlänge. Darüber hinaus ist die Verfügbarkeit einer Einführ-(Insertions-)Hilfe ggf. ein weiteres Kriterium.

Luer-Lock oder Minimed®-Anschluss

Die meisten Infusionssets besitzen einen universellen Luer-Lock Anschluss. Alle Medtronic Minimed® Infusionssets verfügen über einen speziellen Minimed® Anschluss.

Material der Kanüle - Stahl oder Teflon?

Die Wahl zwischen Stahl- oder Teflonkanüle ist in erster Linie eine Frage der persönlichen Vorliebe.

Stahlkanülen sind einfach anzulegen. Wenn das Fixierpflaster einmal nicht richtig hält, spürt man deutlich das Herausrutschen der Kanüle. Grundsätzlich können Stahlkanülen auch während des Tragens kruzzeitig pieksen (z. B. bei bestimmten Bewegungen). Aufgrund des Materials und des Kanüleninnendurchmessers kann das Set bis zu 2 Tage getragen werden.

Teflonkanülen bieten einen hohen Tragekomfort. Einführhilfen (Serter) ermöglichen einen kaum spürbaren und korrekten (richtige Lage im Unterhautfettgewebe) Einstich in die Haut. Das Material und der Aufbau ermöglichen eine Tragedauer von bis zu drei Tagen. Bei ungünstiger Handhabung oder Lage kann in Einzelfällen der Schlauch abknicken und damit die Insulinzufuhr unterbrochen sein.

Bitte beachten Sie welche Empfehlungen Ihnen Ihr Diabetesteam in Bezug auf die Kathetertragezeit gibt. Bei Verschlechterung der Blutzuckerwerte sollte die Kanüle immer sofort gewechselt werden.


Einstichwinkel – schräg oder gerade?

Je nach Modell wird die Kanüle senkrecht/gerade (Einführwinkel 90°) oder schräg (Einführwinkel 20-45°) eingeführt. Die meisten Pumpenträger bevorzugen Sets mit gerader Kanüle. Schräge Kanülen sind insbesondere für Menschen mit wenig Unterhautfettgewebe geeignet (Kinder oder Sportler).

An- und Abkoppelmechanismus

Bevorzugt werden überwiegend Modelle, die abkoppelbar sind. Sie bieten die Möglichkeit, die Pumpe für eine begrenzte Zeit auch mal abzulegen ohne die Kanüle wechseln zu müssen (z. B. beim Sport oder Sex).
Je nach Modell gibt es unterschiedliche Abkopplungsmechanismen: direkt an der Insertionsstelle oder am Schlauch des Infusionssets.

Welche Kanülenlänge ist die richtige?

Je länger die Kanüle, desto sicherer ist die Aufnahme des Insulins in den Körper. Allerdings besteht bei Menschen mit sehr wenig Unterhautfettgewebe durch Verwenden einer zu langen Kanüle die Gefahr, dass die Kanüle nicht im Unterhautfettgewebe, sondern in der darunter liegenden Muskulatur liegt. Durch Auswahl der richtigen Kanülenlänge können Blutzuckerschwankungen verhindert werden. Lassen Sie sich daher von Ihrem behandelnden Arzt bzw. dem betreuenden Diabetesteam beraten, welches die für Sie optimale Kanülenlänge ist!

Wie lang sollte der Schlauch sein?

So kurz wie möglich, aber so lang wie nötig! Die Schlauchlänge richtet sich danach, wo Sie die Pumpe tragen. Zu kurze Schläuche können bei üblichen Alltagsbewegungen und –tätigkeiten (z. B. Herunterlassen der Hose auf der Toilette, wenn die Pumpe am Gürtel bzw. Hosenbund befestigt ist oder auch beim Schlafen) mitunter Probleme bereiten.

Längere Schläuche wiederum müssen verstaut werden. Ein zu langer Schlauch sollte nicht um die Pumpe gewickelt werden, da er sonst am Ansatz abknicken könnte. Entsprechend seinen individuellen Bedürfnissen sollte das jeder für sich ausprobieren und Erfahrungen sammeln.

Schlauchfarbe

Das Infusionsset muss vor dem Anschließen komplett mit Insulin befüllt sein. Um evtl. Luftbläschen besser zu erkennen, ist ein blauer Katheterschlauch hilfreich. 

Eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Eigenschaften der verschiedenen, in Deutschland erhältlichen Infusionssets finden Sie auf unserer Katheterübersicht (pdf).

 

Pflaster & Folien - für einen sicheren Halt

Zur Fixierung von Infusionssets ohne integrierte Pflaster (Kleberondelle) oder auch zur zusätzlichen Fixierung für einen sicheren Halt werden verschiedene Pflaster und Klebefolien angeboten. Wasserfeste Folien sorgen für besseren Halt des Infusionssets z. B. beim Duschen. Entscheidendes Kriterium für die Auswahl ist die individuelle Hautverträglichkeit des verwendeten Klebstoffes.