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Ich packe meine Koffer & nehme mit ...

1. Juli 2015 | Gesund leben

Für viele steht die schönste Zeit des Jahres vor der Tür.  Egal ob Wanderurlaub, Roadtrip, Rucksacktour, Fern- oder Flugreise – es gibt so viele Möglichkeiten, sich vom Alltag zu erholen, Körper und Seele mit neuen Erlebnissen zu füttern - auch wenn der Diabetes (egal ob Typ 1 oder Typ 2) immer mit an Board ist. Sogar  Reisen in extreme Klimazonen oder mit außergewöhnlichen, körperlichen Belastungen, z. B. Trekking im Himalaya, sind für Diabetiker möglich. Menschen mit Diabetes brauchen nur etwas mehr Vorbereitung, können dann aber die schönsten Wochen im Jahr genießen wie alle anderen Urlauber auch.

Lesen Sie in unserem Reisespecial, worauf Sie besonders achten sollten ...

Natürlich gibt es jede Menge Faktoren, die den Stoffwechsel gehörig durcheinander wirbeln können: Anreise, Zeitverschiebung, Klima, andere Essgewohnheiten, fremde Gerichte und ein anderer Tagesablauf beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Durch häufigere Blutzuckerselbstkontrolle und Insulinanpassung können Abweichungen Ihres Blutzuckers nach oben oder nach unten immer wieder korrigiert werden, so dass Sie Ihre Blutzuckerwerte gut in den Griff bekommen.


Diabetes, Reisen, Beratung, Diabetes-FachhandelDeshalb gilt für jede Reise:

  • Nehmen Sie doppelt so viel von Ihren benötigten Materialien  (Insulin, Teststreifen, Pen-Nadeln, Lanzetten …) mit, wie sie normalerweise benötigen.
  • Denken Sie auch an Ersatzgeräte (mindestens ein weiteres Blutzuckermessgerät, Batterien, Ersatz-Insulinpumpe oder genügend Einwegspritzen bzw. Insulinpens …).
  • und an eine ausreichende Menge von Not-BEs z. B. als Traubenzucker, Flüssigzucker oder Gummibärchen
  • Überprüfen Sie Ihre Krankenversicherung. Klären Sie genau, welche Leistungen abgesichert sind. Manche Versicherungen schließen Leistungen für chronisch Kranke im Ausland aus.
  • Vergessen Sie Ihren Diabetikerausweis nicht. Für Urlaubsreisen sind Diabetikerausweise in unterschiedlichen Sprachen erhältlich. 


Diabetes, Reisen, Beratung, Diabetes-FachhandelReisen mit dem Auto:

Achten Sie auf die Zeichen Ihres Körpers! Unter- und starke Überzuckerung beeinflussen die Urteilsfähigkeit Ihrer Sinne. Wenn Sie so Auto fahren, gefährden Sie sich und andere! Deshalb ist es wichtig:

  • vor Fahrtantritt Blutzucker messen
  • Der Blutzuckerwert sollte nicht unter 140 mg/dl bzw. 7,8 mmol/l liegen.
  • Dokumentieren Sie den Wert vor Fahrtantritt.
  • Essen Sie vor längeren Fahrstrecken eine Zusatz-BE.
  • Machen Sie mindestens aller 2 Stunden eine Pause, messen Ihren Blutzucker und dokumentieren ihn!
  • Beachten Sie im Winter und Sommer die Temperaturen im Auto. Bei direkter Sonneneinstrahlung oder im Winter können im Auto leicht Temperaturen von -20 °C oder über 70 °C entstehen. Blutzuckermessgeräte arbeiten nur korrekt zwischen 14 °C und 40 °C. Wenn Insulin unter +2°C abkühlt, verliert es seine Wirkung. Das gleiche gilt bei Temperaturen über 30 °C. Lagern Sie deshalb Insulin, Blutzuckermessgeräte und Teststreifen am besten zwischen 8 °C und 30 °C . Thermogele in Systemtaschen (z.B. von Frio) sorgen für geringere Temperaturschwankungen. Bei Fahrzeugen ohne Klimaanlage oder gekühltem Handschuhfach sind Diabetesutensilien am besten im Schatten unter dem Beifahrersitz untergebracht (niemals unter den Fahrersitz legen!).

 Laden Sie sich unsere Informationsbroschüre "Diabetes & Straßenverkehr" herunter!


Diabetes, Reisen, Beratung, Diabetes-FachhandelReisen mit dem Flugzeug:

  • Lassen Sie sich von Ihrem Arzt eine ärztliche Bescheinigung ausfüllen, um Unannehmlichkeiten z. B. bei der Flughafenkontrolle zu vermeiden (Sie können sich das Formular "ärztliche Bescheinigung für Flugreisen" herunterladen).
  • Packen Sie Ihre Diabetesutensilien und Ihr Insulin ins Handgepäck, da im Frachtraum oft Temperaturen unter 0 °C herrschen.
  • Reisen von Ost nach West über 6 Zeitzonen verlängern den Tag. Sie benötigen eine zusätzliche Mahlzeit und eine zusätzliche Insulindosis.
  • Reisen von West nach Ost über 6 Zeitzonen verkürzen den Tag. Bei der üblichen Mahlzeit im Flugzeug muss die Dosis des Verzögerungsinsulins verringert werden.
  • Die größte Gefahr einer Unterzuckerung besteht nach Langstreckenflügen während der ersten Nacht nach der Zeitverschiebung. Deshalb kann es hilfreich sein, vor dem Erschöpfungsschlaf zusätzlich den Blutzucker zu kontrollieren und etwas zu essen.
  • Sichern Sie alle Utensilien vor Verlust, Diebstahl oder Beschädigung. Teilen Sie z. B. Ihre Sachen auf verschiedene Gepäckstücke auf.
  • Wenn Sie dialysepflichtig sind, schwere Nieren- oder Hautschäden mit Infektionen haben, lassen Sie sich vor der Reise intensiv von Ihrem Arzt beraten.
  • Klären Sie ggf. schon im Voraus die ärztliche Versorgung am Urlaubsort ab.


Diabetes und Reisen, Beratung, Diabetes-FachhandelWichtig speziell für Wanderungen:

  • Achten Sie auf einen bequemen Tagesrucksack. Testen Sie diesen schon beim Kauf mit Gewicht.
  • Teleskopwanderstöcke sind praktische Begleiter.
  • Haben Sie immer eine kleine Plastiktüte parat, um die wichtigsten Utensilien bei Regen zu schützen.
  • Wanderführer, Wanderkarte, GPS-Navigationsgerät sind nützliche Helfer (für Extrembergtouren ist weitere Spezialausrüstung erforderlich).
  • Nehmen Sie Ihr Handy mit, um in Notsituationen Hilfe rufen zu können.
  • Benutzen Sie komfortable, bereits gut eingelaufene Schuhe.
    Ein häufigerer Sockenwechsel sowie bei feuchtem Klima der prophylaktische Einsatz von Anti-Pilz-Puder sind empfehlenswert.


Impfschutz:

  • Überprüfen Sie Ihren Impfschutz vor Reiseantritt und lassen Sie ihn ggf. auffrischen bzw. lassen Sie sich neu impfen.
  • Polio-, Diphterie- und Tetanusimpfungen sollten aktuell sein.
  • In tropischen Ländern wird die Impfung von Hepatitis A und B empfohlen.


Kleidung:

  • Tragen Sie an die jeweiligen Temperaturen angepasste Kleidung.
  • Auf Langstreckenflügen ist es ratsam, Kompressionsstrümpfe zu tragen.
  • Achten Sie auf bequeme, bereits eingetragene Schuhe.
  • Vermeiden Sie es barfuß zu laufen, tragen Sie Badeschuhe am Strand und im Sand, so können  Sie Verletzungen vermeiden.


Diabetes, Reisen, Beratung, Diabetes-FachhandelEssen:

Es empfiehlt sich schon vor der Reise Informationen über die landestypische Ernährung einzuholen. Wissenswertes darüber finden Sie fast immer in entsprechenden Reiseführern. Grundsätzlich gilt jedoch: Andere Länder, andere Essgewohnheiten! Deshalb: häufiger Blutzucker messen.

  • Vermeiden Sie rohe und ungewaschene Nahrungsmittel.
  • Beachten Sie die schlechte Einschätzbarkeit des Kohlenhydrategehalts.
  • Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker nach dem Genuss unbekannter Nahrungsmittel.
  • Trinken Sie ausreichend.


Diabetes, Reisen, Beratung, Diabetes-FachhandelDurchfallerkrankung in fremden Ländern:

Durchfall auf Reisen kommt meist von Keimen in Lebensmitteln. In den Tropen, Subtropen und Ländern mit niedrigem Hygienestandard halten Sie sich daher an die Regel: Koch es, schäl es oder vergiss es! Verzichten Sie auf Eiswürfel, und trinken Sie Wasser nur aus original verschlossenen Flaschen.

  • Durchfall und Erbrechen kann zu schweren Stoffwechselentgleisungen führen.
  • Elektrolytverschiebungen können schnell bedrohlich werden – gehen Sie unverzüglich zum Arzt!
  • Bei einer Erkrankung immer viel Trinken, Salzstangen oder Zwieback essen und zuckerhaltige Bonbons lutschen.


Diabetes, Reisen, Beratung, Diabetes-FachhandelBlutzuckerselbstkontrolle:

  • Setzen Sie Ihr Messgerät und die Teststreifen nicht der direkten Sonne aus.
  • Teststreifen sind temperatur- und feuchtigkeitsempfindlich. Nehmen Sie deshalb die Teststreifen niemals aus der Originalverpackung heraus um sie umzufüllen (Im Deckel der Teststreifendose befinden sich oft Trocknungsgele, ohne sie reagieren die Teststreifen auf die Luftfeuchtigkeit und das Messergebnis kann fehlerhaft sein) Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit sind einzeln verpackte Teststreifen ratsam.
  • Bei Kälte das Blutzuckermessgerät und die Teststreifen am Körper tragen und Blutzucker im Windschatten testen.
  • Kapillarblut enthält bis 4000 Höhenmeter genügend Sauerstoff für korrekte Werte. Wenn Sie sich in über 4000 m Höhe aufhalten, bedenken Sie, dass ggf. Ihre Messwerte verfälscht sein können.

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Insulinbedarf bei extremen Temperaturen:

  • Bei großer Hitze ist die Durchblutung der Haut erhöht, so dass das gespritzte Insulin schneller in Ihr Blut gelangt als gewöhnlich. Ihr Insulinbedarf kann daher beim Sonnenbaden am Strand, auch wenn Sie sich nicht bewegen, geringer sein. Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker öfter und halten Sie Ihre Not-BEs parat!
  • Haben Sie sich ein Urlaubsziel im „Kühlen“ ausgesucht, beachten Sie, dass bei niedrigen Temperaturen wegen der schwächeren Durchblutung der Haut Ihr gespritztes Insulin verlangsamt wirken kann.

Diabetes, Reisen, Beratung, Diabetes-Fachhandel


Am Urlaubsort:

  • Lagern Sie Ihre Medikamente und Utensilien diebstahlsicher und fachgerecht.
  • Vorratsinsulin kann ohne Kühlung bei Raumtemperatur bis zu 14 Tage ohne Wirkungsverlust gelagert werden.
  • Tragen Sie Ihre Diabetesutensilien am Körper, damit dieser als Temperaturpuffer dienen kann.
  • Übertreiben Sie auf Reisen ruhig Ihre Körperhygiene und waschen Sie sich so oft wie möglich die Hände. Pflegen Sie Ihre Füße sorgfältig, laufen Sie nie barfuß.
  • Schwitzen, Schwäche und Zittern sollten nie als Folge von Anstrengung oder Hitze, sondern immer als Unterzuckerung gedeutet und entsprechend behandelt werden.
  • Hinterlassen Sie immer eine Nachricht, wenn Sie alleine irgendwo hingehen und ändern Sie Ihr Ziel danach nicht mehr.
    Führen Sie Ihre Ausrüstung unauffällig verpackt mit sich, damit niemand auf die Idee kommt, es handele sich z.B. um einen teuren Fotoapparat.

 

All diese Informationen inklusiver einer Checkliste finden Sie auch in unserer Informationsbroschüre Diabetes und Reisen. Diese können Sie sich:


Alle Dokumente zum Herunterladen finden Sie immer in unserem Donwnloadbereich


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