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Kräuter - vergessene kleine Alleskönner

20. September 2016 | Gesund leben

BEREICHERN SIE IHRE KÜCHE

Kräuter - vergessene kleine Alleskönner

Immer wieder hört und liest man: „der Verzehr von Kochsalz in Deutschland ist zu hoch, verwenden Sie lieber frische Kräuter und Gewürze“. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene pro Tag 6 g Kochsalz. Die wirklichen Verzehrmengen liegen jedoch täglich zwischen 8 g und 10 g.

Ein dauerhaft erhöhter Kochsalzverzehr gilt neben zu geringer Bewegung, Stress, Alkohol oder Nikotin als Risikofaktor bei der Entstehung von Bluthochdruck. 

Dennoch soll dies jetzt nicht als Verzicht von Genuss oder Geschmack wahrgenommen werden, sondern lediglich als Hinweis. Verwenden Sie natürliche Kräuter und Gewürze in Ihrer Küche anstatt zu viel Salz.

ABER WAS MACHT KRÄUTER SO BESONDERS?
Kräuter sind vielseitig einsetzbar, egal ob zur geschmacklichen Abrundung frisch gekochter Speisen, als natürlicher Duftstoff oder als helfendes Mittelchen in der Hausapotheke. Durch die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten erfreuen sich Kräuter großer Beliebtheit.

In Speisen verarbeitet sind Kräuter, optisch und geschmacklich, ein absolutes Highlight. Sie liefern unserem Körper viele Vitamine, z. B. Vitamin A und C, Mineralstoffe, wie Calcium oder Eisen, sowie sekundäre Pflanzenstoffe und helfen nebenbei Salz einzusparen. Denn bei so viel Geschmack können Sie Ihren Salzkonsum auf ein gesundes Maß reduzieren ohne Verzicht.

STREUEN SIE SICH DOCH EINFACH EIN PAAR ZUSÄTZLICHE NÄHRSTOFFE ÜBER DAS ESSEN
Frische Kräuter sollten nach dem Kauf bzw. nach eigener Ernte schnell verarbeitet werden. Waschen Sie Ihre Kräuter unter fließendem Wasser, tupfen Sie diese vorsichtig mit einem Küchentuch trocken und schneiden Sie die Kräuter (Schere, Wiegemesser). Somit erhalten Sie sich das volle Aroma. Verwenden Sie keine Küchenmaschinen, da beim Herstellungsprozess Aromen verloren gehen können.

Tipp: Kräuter erst kurz vor Garende zu den Speisen geben. Dies garantiert, dass Farbe, Aussehen, Aroma und die wertvollen Nährstoffe erhalten bleiben.

Werden nicht alle Kräuter aufgebraucht, einfach in ein feuchtes Tuch einschlagen und im Kühlschrank lagern. Sie können zu viel zubereitete Kräuter auch einfrieren oder zur Herstellung von Kräuteröl bzw. Essig verwenden. 

10 BELIEBTE KRÄUTER IM ÜBERBLICK
Basilikum (Ocimum basilicum), das „Königskraut“, genießt große Beliebtheit in der italienischen Küche. Verarbeitet in Nudelgerichten, Salaten, Pesto oder Fleischgerichten kann Basilikum seinen arteigenen süßlich pfeffrigen Geschmack entfalten. Basilikum wirkt dank seiner Inhaltsstoffe entkrampfend und entzündungshemmend. In den Sommermonaten Juni - August ist Erntezeit.

Dill (Anethum graveolens) wertet, frisch hinzugegeben, Blatt-Salate, Räucherlachs und Eierspeisen geschmacklich auf. Für die warme Küche empfiehlt sich Dill zu gedünsteten Fischgerichten, Lauch- und Möhrengemüse. Er fördert die Verdauung und kann zwischen Juni und Oktober frisch geerntet werden.

Estragon (Artemisia dracunculus) passt wunderbar zu Fleisch-, Ei- und Rahmgerichten. Estragon kann mit in den Kochtopf gegeben werden, ohne dass sein arteigener Geschmack verloren geht. Dieser entfaltet sich eher noch durch die Erhitzung der Speise.  Dank seiner Inhaltsstoffe kann Estragon die Verdauung unterstützen und appetitanregend wirken. Erntezeit ist von Frühjahr bis zum ersten Frost.

Oregano (Origanium vulgare) ist sehr beliebt in der italienischen und mediterranen Küche. Man findet ihn verarbeitet in Tomatensoßen, Pizzen, Eierspeisen, Suppen, Soßen und frischen Salaten. Durch seine verdauungsfördernde und antibakterielle Wirkung kann er als Tee getrunken werden. Er sollte vor dem Blühen, im Mai – Juni, geerntet werden.

Petersilie (Petroselinum crispum) ist das beliebteste Kraut der Deutschen, Universell einsetzbar z. B. in Salaten, Kräuterquark oder als Pesto. Möchten Sie warme Speisen mit Petersilie verfeinern, so wählen Sie den Zeitpunkt kurz vor dem Servieren, denn Petersilie verliert durch Hitze sowohl den arteigenen Geschmack wie auch die Farbe. Sie eignet sich hervorragend als Atemerfrischer, z. B. nach dem Verzehr von Knoblauch und kann ganzjährig geerntet werden.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist Bestandteil der französischen Kräutermischung „Kräuter der Provence“ und eignet sich hervorragend zu Kartoffel-, Nudel- und mediterranen Gemüsegerichten. Tipp: Rosmarin sparsam dosieren, da er sehr intensiv und aromatisch ist. Innerhalb der traditionellen chinesischen Medizin oder Naturheilkunde findet er viele Anwendungsbereiche, z. B. bei Durchblutungsstörungen oder Verdauungsproblemen. Rosmarin wird zwischen Mai – Oktober geerntet.

Salbei (Salvia) findet in typisch italienischen Gerichten wie z. B. Kalbsschnitzel á la Saltimbocca seine Verwendung. Aber auch in Butter gebratene Salbeiblätter zu Pasta, Gnocchi oder Gemüsegerichten erfreuen sich großer Beliebtheit. Das Küchenkraut enthält viele Gerb- und Bitterstoffe, die im Verdauungsprozess positiv wirken bzw. Linderung erzielen (Blähungen) können. Dank seiner antibakteriellen Wirkung eignet er sich ideal als Erkältungstee. Salbei sollte vor dem Blühen zwischen April – September geerntet werden, alternativ können Sie zwischenzeitlich die Blüten abschneiden.

Schnittlauch (Allium schoenoprasum) ist sehr vielseitig anwendbar, sei es in Eierspeisen, einfach über das Butterbrot gestreut oder als Salatverfeinerung in Dressings und Marinaden. Je feiner Schnittlauch zerkleinert wird, desto aromatischer entwickelt sich sein Geschmack. Dieses Zwiebelgewächs enthält wertvolle Senföle, welche einen positiven Einfluss auf die Verdauung haben. Sie lösen Blähungen und regen den Appetit an. Geerntet wird er von Mai – September.

Thymian (Thymus vulgaris), Zitronenthymian (Thymus citriodorus) eignet sich zur Zubereitung von Fisch-, Lamm-, Gefügelgerichten und deren Soßen. Aber auch in der vegetarischen Küche findet man sehr viele Gerichte mit Thymian verfeinert, z. B. Brat- oder Thymiankartoffeln. Er ist eine der Hauptzutaten der beliebten Kräutermischung „Kräuter der Provence“. Getrockneter Thymian sollte sparsam dosiert werden, da er deutlich kräftiger würzt als Frischer. Er wirkt antibakteriell, krampf-, schleim- und hustenlösend und findet oft bei kräftigen Erkältungen, in Form von Tee, Anwendung. Thymian erntet man zwischen Mai - Oktober.

Zitronenmelisse (Melissa officinalis) eignet sich besonders gut zu Fischgerichten. Ideal im Ofen gegart oder zu sommerlichen Salaten, egal ob als Blattsalat oder in fruchtigen Obstsalaten. An heißen Sommertagen ist die leicht erfrischende Note von Zitronenmelisse eine ideale Zutat für Limonaden oder selbst zubereiteten Eistee. Was viele nicht wissen, Zitronenmelisse hilft bei Herpesbläschen und lindert erste Anzeichen. Ihre Inhaltsstoffe wirken auch bei nervöser Unruhe und Schlafstörungen. Geerntet wird Zitronenmelisse in den Sommermonaten Juli – September.

Wir haben für Sie eine kleine Auswahl an leckeren Kräuter-Rezepten zusammengestellt. Diese eignen sich auch sehr gut als kleine Geschenke aus der Küche! Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

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