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Blutzucker messen

20. Juni 2014 | Gesund leben

Blutzuckermessen

Diabetes lässt vielen Betroffenen keine Pause, sie müssen bis zu sechsmal am Tag den Blutzucker bestimmen. Ein falsch gemessener Wert kann gefährlich werden, wenn daraufhin eine unangemessene Dosisanpassung des Insulins erfolgt. Dies  ruft DiabetesDE in einer Mitteilung vom 22. April 2014 nochmal in Erinnerung. 
Der Betroffene könnte in eine Über- oder Unterzuckerung geraten. Häufig verfälschen Verunreinigungen an den Händen das Messergebnis, weiß Dr. med. Guido Freckmann vom Institut für Diabetes-Technologie, Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbh an der Universität Ulm. Deshalb sollten Menschen mit Diabetes ihre Hände vor der Messung gründlich waschen und abtrocknen. 

Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen, müssen verlässlich ihren Blutzucker messen, um anschließend die Insulin-Dosis korrekt anpassen zu können. Moderne Messgeräte benötigen nur noch kleine Blutstropfen, die am besten aus der Fingerkuppe mit einem schnellen Stich gewonnen werden. „Ich empfehle Mittel-, Ring- oder kleinen Finger für die Blutzuckermessung, weil die im Alltag weniger benutzt werden“, sagt Freckmann. Der Einstich sollte seitlich an der Fingerkuppe erfolgen. „Der Blutstropfen darf nicht zu klein sein und die Messung sollte gut vorbereitet und schnell durchgeführt werden um ein genaues Messergebnis zu erhalten.“ 

Wie Studien zeigen, passieren bei der Blutzucker-Selbstmessung häufig Fehler. 

An erster Stelle stehen unreine Hände. Bereits kleinste Rückstände zuckerhaltiger Verunreinigungen auf der Haut führen zu falschen Messwerten, wenn sie sich bei der Blutentnahme mit dem Testtropfen mischen. „Wir kommen ständig mit zuckerhaltigen Substanzen, etwa in Früchten, Gebäck, Brot oder Getränken in Berührung, von denen Spuren an unseren Fingern haften bleiben“, so Freckmann. Auch Seifen- und Wasserreste können das Ergebnis der Blutzuckermessung verfälschen, weshalb die Hände beim Waschen gut abgespült und anschließend abgetrocknet werden sollten. 

„Eine gute Diabetesberatung könnte viele Fehler verhindern“, sagt Elisabeth Schnellbächer, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD). Hier lernen Menschen mit Diabetes unter anderem, wie sie ihr Blutzucker-Messgerät korrekt handhaben. „Anschließend sollten sie ihrem Arzt oder Diabetesberater/-assistenten das Erlernte vorführen, um sicher zu gehen, dass sie alles richtig machen“, rät Schnellbächer. 

Bei der Blutentnahme passieren weitere Fehler. Das fängt damit an, dass Stechhilfen nicht sachgemäß angewendet werden. „Lanzetten sind für die Einmalnutzung vorgesehen und sollten daher nach jedem Stich gewechselt werden,“ erklärt Freckmann. Auch beschädigte Teststreifen führen zu ungenauen Ergebnissen, etwa wenn sie falsch gelagert wurden. Denn Teststreifen sind empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie z. B. Luftfeuchtigkeit, weshalb das Aufbewahrungsgefäß sofort nach der Entnahme wieder verschlossen werden muss, betont Freckmann.

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