Weltdiabetestag 2020

Was ist die Idee vom Weltdiabetestag?  

Frederick Banting und seine Kollegen entdeckten vor knapp 100 Jahren nicht nur das Hormon Insulin, sondern ihnen gelang auch dessen industrielle Produktion. Die Verfügbarkeit dieses Hormons bedeutete für viele Tausend Menschen mit Diabetes eine erste echte Therapie und Lebensrettung. Denn vorher konnte Diabetes nicht behandelt werden. Fast alle Betroffenen starben innerhalb kurzer Zeit nach Krankheitsbeginn. Deshalb, und weil immer noch jede Menge Aufklärung und Informationen nötig sind, wurde im Jahr 1991 Bantings Geburtstag am 14.11. zum Weltdiabetestag erklärt.

Warum ist der Weltdiabetestag so wichtig?

 Die Stoffwechselerkrankung Diabetes, insbesondere Diabetes Typ-2, ist weltweit auf dem Vormarsch. Ca. eine halbe Million Neudiagnosen pro Jahr gibt es allein in Deutschland, das sind 1500 pro Tag! Der Deutschen Diabetes Gesellschaft zufolge sind hierzulande 7 Millionen Menschen erkrankt, rund 2 Millionen Menschen sollen zusätzlich an der Stoffwechselkrankheit leiden, ohne es zu wissen. Obwohl es viele Therapiemöglichkeiten gibt, ist Diabetes nicht heilbar. Einmal erkrankt, begleitet die Stoffwechselkrankheit Betroffene ein Leben lang. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass auch die UN 2006 den 14. November zu einem jährlich zu begehendem Tag erklärt hat. Damit ist Diabetes die zweite Krankheit nach HIV (AIDS) die einen offiziellen UN-Tag erhalten hat.

 

Fortschreitende wissenschaftliche Erkenntnisse, vor allem aber die zunehmende Digitalisierung und die damit verbundenen technischen Innovationen machen für viele das Leben mit Diabetes leichter. Gerade in den letzten Jahren haben immer mehr smarte Helfer den Diabetesmarkt erobert. Früher musste man sein Leben dem Diabetes anpassen, heute passt man die Therapie seinem Lebensstil an.


Anlässlich des Weltdiabetestages haben wir uns Gedanken gemacht, was sich in den letzten Jahren rund um das Thema Diabetes verändert hat – sowohl positiv als auch negativ. Sie sind anderer Meinung? Oder es fehlt was in unserer Liste? Diskutieren Sie mit oder schreiben Sie uns unter info@mediqdirekt.de. Wir freuen uns auf Ihre Ansichten, Meinungen und Erfahrungen.

Positive Entwicklungen und Trends beim Diabetes

Bewusstsein und Verständnis für die Krankheit wachsen

die Diabetestherapie wird individuell auf Betroffene und deren Lebensstil angepasst. Vieles ist mit (trotz) Diabetes möglich, was vor Jahren noch undenkbar war: Beispielsweise betreiben Menschen mit Diabetes Leistungssport, dürfen den Tauchschein machen oder laufen Marathon.

Es gibt beispielsweise viele Hilfsangebote, die es Kindern mit Diabetes ermöglichen, einem (fast) normalen Kita- oder Schulalltag zusammen mit stoffwechselgesunden Kindern zu erleben.

Für immer mehr innovative Therapietechnik übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. So werden (unter bestimmten Voraussetzungen) seit 2016 die Kosten für CGM-Systeme erstattet.

Da Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) mit zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen gehört, aber unbehandelt Risiken für Mutter und Kind birgt, gehört seit März 2012 ein Blutzucker-Suchtest zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Neue Medikamente für die Typ-2 Therapie haben zusätzlich einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem, Krankenhausaufenthalte wegen Herzerkrankungen können so reduziert werden.

Viele „Verbote“, vor allem für Betroffene mit Diabetes Typ-1, wurden gelockert oder aufgehoben, gesetzliche Richtlinien geben Betroffenen rechtliche Sicherheit.

Dank der Digitalisierung und Vernetzung gibt es eine große Diabetes Communitiy. Betroffene können so viel einfacher als früher Erfahrungen austauschen

Menschen mit Diabetes, egal welchen Typs stehen zahlreiche Schulungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen

Diabetes Zubehör ist nicht mehr nur schwarz oder grau, sondern genau so bunt wie der Alltag. Es gibt viele schöne Lifestyleprodukte (Taschen für Zubehör, Insulinpumpe oder CGM-Lesegeräte, Sticker zum Verschönern von Messgeräten, Insulinpumpen oder Glukose-Sensoren, Unterwäsche zum Verstecken von Insulinpumpe & Co., bunte Schutz- oder Fixierungsmöglichkeiten für Sensoren …) die Farbe und Freude in den Alltag bringen.

Medikamente, eigentlich für die Typ-2 Therapie entwickelt, können unter gewissen Vorgaben nun auch bei Menschen mit Diabetes Typ-1 zum Einsatz kommen.

Innovative, digitale Therapietechnik ermöglicht es Familienangehörigen oder Betreuern, die Blutzuckerwerte von Menschen mit Diabetes auch aus der Ferne im Auge zu behalten (Follower-Funktion). So kann die Angst vor einer Unterzuckerung reduziert werden und Betroffene können weiter selbstbestimmt Leben. Zum Beispiel können Eltern von Kindern mit Diabetes die Glukosewerte auch während des Schulalltags beobachten und im Notfall Unterstützung anbieten. Ist alles in Ordnung, können die Kinder ihren Alltag unbeschwert genießen.

Weniger erfreuliche Trends beim Diabetes  

(immer noch) keine Heilung möglich

Die Zahl der Neudiagnosen steigt, vor allem bei Diabetes Typ-2, aber auch bei Diabetes Typ-1 und Gestationsdiabetes.

die Faktoren, die für die Entstehung eines Typ-1 Diabetes verantwortlich sind, sind (noch immer) nicht im Einzelnen bekannt

Es dauert sehr lange, bis neue Produkte, vor allem innovative Technik die Zulassungen in Deutschland erhalten

Es gibt (zu) viele unterschiedliche Systeme, Apps und Produkte ohne einheitliche Standards. Findet man ein Produkt eines Herstellers gut, ist man oft gezwungen, alle anderen benötigten Produkte auch von diesem Hersteller zu beziehen, weil Produkte, Anschlüsse oder Zubehör nicht miteinander kompatibel sind

Zuckerfallen in Lebensmittel: die Lebensmittelindustrie produziert immer noch viele ungesunde Lebensmittel mit viel zu viel Zucker und Fett. Eine Pflicht zu einer einheitlichen und leicht verständlichen Kennzeichnung gibt es in Deutschland (noch) nicht.

Es gibt immer noch Berufe, die für Menschen mit Diabetes (Typ-1) tabu sind.

Betroffene müssen sich aktiv um ihren Diabetes kümmern. Das kostet Lebenszeit. Einfach auf „Autopilot“ stellen ist (noch) nicht möglich.

Autorin

Autorin Sandra BuhlmannSandra Buhlmann, ausgebildete Diabetesassistentin und arbeitet seit 2016 als Produktmanagerin bei Mediq Direkt. Sie informiert unsere Kundenberater/-innen in den Fachgeschäften und im Kunden-Service über die jeweiligen Produkteigenschaften und stellt sicher, dass Sicherheits- und Produktinformationen von Herstellern unsere Kunden erreichen. Außerdem aktualisiert und erweitert sie regelmäßig die Mediq Diabetes Informationsbroschüren mit interessanten Inhalten.


#dedoc°, die Community von und für Menschen mit Diabetes, nimmt den Weltdiabetestag 2020 zum Anlass um mit dem #docday° in einer Videokonferenz live über Diabetes in all seinen Facetten zu sprechen und zu diskutieren.

Auch wir als Mediq Direkt freuen uns, diesen virtuellen Weltdiabetestag 2020 unterstützen zu können und nehmen am 14.11.2020 als Gesprächspartner LIVE am #docday° teil.

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