Ingwer - eine kleine Knolle mit großer Wirkung

Die kleine Ingwerknolle erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Dies liegt nicht allein an der Tatsache, dass sie in der deutschen Küche immer mehr zum Einsatz kommt. Natürlich gibt Ingwer vielen Gerichten den besonderen Kick. Doch die Knolle kann noch mehr: Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben belegt, dass die wertvollen Inhaltsstoffe des Ingwers bei unterschiedlichen Krankheiten positive Effekte aufweisen. Kein Wunder, dass die Ingwerknolle bereits 2018 zur Heilpflanze des Jahres ausgezeichnet wurde.

Ingwer wird seit über 4000 Jahren als Heil- oder Würzpflanze verwendet. Sein Ursprung wird im chinesischen / indonesischen Raum vermutet. Über den Seeweg gelang Ingwer nach Europa. Vor allem die Engländer haben ihn schnell ins Herz geschlossen und verwenden ihn bis heute in Ingwergebäck und Süßigkeiten. In Deutschland startete die kleine Knolle erst in den sechziger Jahren ihren Erfolgszug. Dies verdanken wir vor allem den asiatischen Restaurants und deren scharfe Küche.

Ingwer - ein Exkurs in die Botanik

Ingwerknollen mit BlätternIngwerknollen mit Blättern

Ingwer gehört zur Familie der Zingiberaceae. Die schilfartige Pflanze mit kräftigem Stängel und breiten Blättern wird rund 0,5 - 1,5 Meter hoch und bildet im Frühsommer eine gelb-violett-braune Blüte. Die eigentliche Wirkung des Ingwers kommt aus dem Wurzelstock, dem sogenannten Rhizom (botanisch: unterirdisch oder dicht über dem Boden wachsend). Ingwer ist eine ca. 15-20 cm lange, mehrfach verzweigte Knolle, die unter der Erde wächst. Die Schale ist hellbraun, das Fruchtfleisch hingegen gelb, bei jungen Pflanzen rosig. Sein Geschmack ist würzig-scharf, sein Geruch hingegen eher aromatisch.

Heute findet man Ingwer vor allem in tropischen und subtropischen Breitengraden. Angebaut wird er in verschiedenen Ländern wie z. B. Sri Lanka, Australien, China oder Thailand. Je nach Herkunft unterscheidet er sich in Aussehen und Geschmack.

Ingwer richtig lagern - so bleibt er länger frisch

Heutzutage ist Ingwer aus den Gemüseauslagen der Supermärkte nicht mehr wegzudenken. Frischen Ingwer erkennt man an seiner glatten, prallen und seidig glänzenden Schale. Runzlige, leicht eingetrocknete Knollen, die sich leicht eindrücken lassen, sind hingegen ein Indiz für ältere Knollen, die bereits einen Teil ihrer wertvollen ätherischen Öle verloren haben.

Frischer Ingwer (ungeschält) sollte zu Hause möglichst trocken, kühl, vor allem aber dunkel gelagert werden. Hierfür eignet sich das Gemüsefach im Kühlschrank oder die Speisekammer. Bereits angeschnittene Ingwerknollen können mit einem feuchten Küchentuch oder einer Folie abgedeckt werden.

Ingwer-Nährwerte pro 100 g:

  • 61 kcal
  • 2,5 g EW
  • 0,8 g Fett
  • 11 g KH
  • 0 g Ba
  • 17 mg Eisen
  • 97 mg Calcium
  • 910 mg Kalium
  • 34 mg Natrium
  • 140 mg Phosphor
  • 130 mg Magnesium

Tipp:

Ingwerknollen können geschält und in kleinen Stücken, gehackt oder gerieben, wunderbar eingefroren werden. Empfohlen ist eine Lagerdauer von 3 Monaten.

Ingwer- Inhaltsstoffe

Die Knolle beinhaltet mehr als 160 erforschte Inhaltsstoffe. Neben Eisen, Calcium, Kalium, Natrium, Phosphor und Magnesium enthält Ingwer verschiedene ätherische Öle (Zingiberen und Zingiberol) und Scharfstoffe (Gingerol und Shogaol).

Ingwer als Heilpflanze

In der chinesischen Medizin spielt Ingwer schon seit vielen Jahrtausenden eine zentrale Rolle. Gerade die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten machen die Ingwerknolle im medizinischen Bereich so unverzichtbar, wie z. B. bei:

Erkältungen / grippaler Infekt

Ingwer wirkt erkältungsvorbeugend und stärkt das Immunsystem. Hat man sich jedoch eine Erkältung oder einen grippalen Effekt eingefangen, so kann ein Ingwertee den Heilungsprozess unterstützen. Warum? Die Scharfstoffe im Ingwertee fördern die Durchblutung der Schleimhäute und wärmen so von innen. Ein weiteres Plus ist die Wirkung des Gingerol, denn es ähnelt dem Aspirin und hat eine schmerzlindernde Wirkung.

Tipp: Auch eine heiße Hühnerbrühe mit frisch geriebenem Ingwer kann wahre Wunder wirken.

Tipp: Trinken Sie keinen Ingwertee, denn im Magen sollte sich nicht zu viel Flüssigkeit befinden. Kauen Sie lieber direkt vor Reiseantritt ein Stück frisch geschälten Ingwer wie einen Kaugummi und versuchen Sie dabei den Ingwer so lange wie möglich im Mund zu behalten. Alternativ können auch Ingwerbonbons oder Ingwerplätzchen zum Einsatz kommen.

Aber Achtung: Dies gilt nicht, wenn
die Übelkeit bzw. der Brechreiz Ursache eines Magen-Darm-Virus ist!

Reisekrankheit

Ingwer findet zunehmend Verwendung in der Therapie gegen Reiseübelkeit, denn er regt die Ausschüttung von Verdauungsenzymen an, was wiederrum gegen Übelkeit/ Erbrechen wirkt. Um diese Wirkung wussten schon die Seefahrer!

Husten/Bronchitis

Die ätherischen Öle haben eine krampfl ösende Wirkung und können das Abhusten von Schleim unterstützen. Auch hier unterstützt die schmerzlindernde Eigenschaft des Ingwers den Heilungsprozess des durch den starken Husten in Mitleidenschaft gezogenen Halses. Neben Ingwertee können auch Ingwerbrustwickel oder ein Ingweraufguss zum Inhalieren verwendet werden.

Ingweraufguss: Eine frische Wurzel kleinschneiden und in heißes Wasser geben. Nach ca. 5 Minuten den heißen Dampf inhalieren, ideal mit einem Handtuch über dem Kopf.

Ingwerbrustwickel: 2 TL Ingwerpulver oder frisch geriebenen Ingwer in 500 ml heißes Wasser (ca. 75°C) einrühren und kurz wirken lassen. Dann ein Tuch darin tränken, lauswringen und auf die Brust legen. 

Diabetes und Ingwer

Studien zeigen, das Ingwer gerade bei Menschen, die schon lange mit Diabetes leben, einen positiven Effekt hat, denn Ingwerextrakt unterstützt nachweislich die Glukoseaufnahme in die Muskeln. Verantwortlich hierfür ist das Gingerole, welches die Glukose in die Zellen transportierten. Dies wiederum kann einen positiven Effekt auf hohe Blutzuckerwerte haben.

Schmerzmittel und gegen Entzündungen

Die Wirkung des Gingerol ähnelt dem von Aspirin, somit kann Ingwer z. B. bei Kopfschmerzen zum Einsatz kommen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist die Wirksamkeit der Knolle sowohl bei Muskelschmerzen, als auch bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma und Arthritis. Egal ob frisch und zerkaut oder in Form von Kapseln, Ölen oder Tabletten, Ingwer muss regelmäßig eingenommen werden.

Verdauungsbeschwerden

Die Scharfstoffe Gingerol und Shogaol haben eine verdauungsanregende Wirkung. Darüber hinaus unterstützt Ingwer eine gesunde Darmflora, indem es das Wachstum gesunder Bakterienstämme fördert und schädliche hemmt.


INGWERTEE - Rezept

Zutaten für 1 Liter

  • 1 Stück Ingwer-Knolle (ca. 5 cm)
  • Liter kochendes Wasser
  • ggf. etwas Honig oder z. B. Birkenzuckerzum Süßen

Zubereitung:

Die Ingwerwurzel gründlich waschen und je nach Belieben pur* oder geschält in dünne Scheiben schneiden, raspeln oder fein hobeln. Anschließend den Ingwer in eine Teekanne geben und mit 1 Liter kochendem Wasser überbrühen. Der Tee sollte ca. 10 min zugedeckt ziehen und schon ist er fertig. Je nach Vorliebe kann der Tee mit Zitronenscheiben und / oder z. B. Honig gesüßt werden.

* In der Schale verstecken sich viele wertvolle Inhaltsstoffe.

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Autorin

Autorin Sandra BuhlmannSandra Buhlmann, ausgebildete Diabetesassistentin und arbeitet seit 2016 als Produktmanagerin bei Mediq Direkt. Sie informiert unsere Kundenberater/-innen in den Fachgeschäften und im Kunden-Service über die jeweiligen Produkteigenschaften und stellt sicher, dass Sicherheits- und Produktinformationen von Herstellern unsere Kunden erreichen. Außerdem aktualisiert und erweitert sie regelmäßig die Mediq Diabetes Informationsbroschüren mit interessanten Inhalten.

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