Gerüstet für die Grippesaison

Plötzlich hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten und laufende Nase - fast jeden Menschen erwischt es einmal im Leben.

Was passiert bei einer Grippe?

Die Grippe oder auch Influenza ist eine durch Viren verursachte Infektionserkrankung. Die etwa 0,1 μm kleinen Viren werden durch Tröpfcheninfektion (Niesen und Husten) sowie Schmierinfektion (Oberflächen, wie Türklinken und Hände) übertragen, dringen über die Schleimhautzellen von Auge, Nase oder Mund in den Körper ein und beginnen in unseren Körperzellen (meist Zellen der Atemwege) mit ihrer Vermehrung. Das Virus „zwingt“ unsere gesunden Zellen dazu, mit einem komplizierten Mechanismus neue Virusbestandteile zu produzieren. Beim Freisetzen der Viruspartikel in unserem Organismus kommt es zum Absterben der Wirtszelle. Das führt meist zu einer heftigen Immunreaktion, was für das bekannte Krankheitsgefühl der Grippe verantwortlich ist. Erkrankte sind ab Auftreten der Symptome ungefähr sieben Tage lang ansteckend. Das Virus kann bei kalten Temperaturen länger auf Oberflächen überleben, was die Grippeepidemien in den kalten Monaten, erklärt.

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Grippe oder grippaler Infekt?

Eine echte Grippe kann mitunter gar nicht so leicht von einem grippalen Infekt unterschieden werden. Fast immer geht eine echte Grippe sogar unerkannt vorüber, etwa 20 % der Infektion verlaufen jedoch besonders schwer. Verallgemeinert kann man sagen, dass eine echte Grippe mit intensiveren Symptomen einhergeht und länger verläuft. Typisch ist auch ein plötzlicher Beginn der Symptome mit hohem Fieber (Temperaturen über 38,5 °C), Kopf- und Gliederschmerzen, trockenem Husten und Halsschmerzen. So fühlen sich die meisten Betroffenen eben noch gesund und im nächsten Moment herrscht ein starkes Krankheitsgefühl vor. 

Grippale Infekte werden zwar ebenso durch Viren übertragen (Adenoviren, Coxsackie-Viren oder Rhinoviren), die Symptome beginnen aber zumeist schleichend wie z. B. mit Unwohlsein und „kratzendem“ Hals. Am nächsten Tag stellen sich nach und nach weitere Erkältungssymptome wie Heiserkeit, Müdigkeit und Husten ein. Eine Schonung von einigen Tagen reicht oft aus, um wieder im Alltag einsatzbereit zu sein. Gegebenenfalls kann der Arzt mit einem Abstrich aus Nase oder Rachen sehr schnell klären, ob es sich um eine „echte“ Grippe handelt.

Grippe bei Menschen mit Diabetes

Wie bereits erwähnt, verläuft eine echte Grippe in den allermeisten Fällen ohne Komplikationen. Körperliche Schonung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und kleine Hausmittelchen helfen meist über eine Infektion hinweg. Dennoch ist mit einer Grippeinfektion nicht zu spaßen. Schwere Verläufe entstehen meist, wenn es zu einer bakteriellen Superinfektion kommt. Während das Immunsystem mit der Bekämpfung des Influenzavirus zu Gange ist, kann der Weg für eine zusätzliche Infektion mit Bakterien frei werden. Gefürchtet sind dabei die Lungenentzündung („Pneumonie“), eine Entzündung des Herzmuskels („Myokarditis“) oder sogar des Gehirns („Enzephalitis“). Für Menschen mit speziellen chronischen Krankheiten, unter anderem auch Diabetes, ist das Risiko dafür besonders hoch. Die Grippe, womöglich noch mit einer bakteriellen Superinfektion einhergehend, kann mit hohem Fieber zu einer massiven Kreislaufbelastung werden, die für Menschen aus der Risikogruppe verheerende Folgen haben kann. Aus diesem Grund spricht die STIKO (Ständige Impfkommission des Robert-Koch Institutes) eine eindeutige Grippeschutz-Impfempfehlung für folgende Personengruppen aus:

  • Menschen über 60 Jahre
  • alle Schwangeren (Impfung ab 2. Trimenon empfohlen)
  • alle Personen mit chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane (COPD, Asthma bronchiale), Herz- und Kreislauferkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes und Immunschwäche (Tumorerkrankungen, HIV)
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • medizinisches Personal (erhöhte Übertragungsgefahr)

Was hilft bei Grippe?

Je Grippesaison erkranken 5 - 20 % der Bevölkerung an einer Grippe. Es kann also sein, dass es Sie öfter trifft. Antivirale Medikamente (z. B. „Tamiflu“) können innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn zum Einsatz kommen und durch Hemmung der Virusvermehrung zu einer Abmilderung des Krankheitsverlaufes, Verkürzung der Krankheitsdauer und Verminderung der Komplikationen beitragen. Die Impfung bleibt jedoch die sicherste Maßnahme zum Schutz vor der Viruserkrankung. Allgemeine Maßnahmen wie körperliche Schonung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, fiebersenkende Maßnahmen (Achtung: keine aspirinhaltigen Medikamente für Kinder!) sind hilfreich bei der Genesung. 

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Sollte es den Verdacht einer bakteriellen Superinfektion geben, sollten Sie sich dringend von Ihrem Arzt beraten lassen. Dieser entscheidet über den Einsatz des passenden Antibiotikums. Es gibt Studien, die hohe Vitamin D Spiegel als Schutz vor einer Grippe zeigen. Eine Einnahme von Vitamin D könnte in der dunklen und kalten Jahreszeit einen gewissen Schutz bieten. Experten empfehlen 3000 - 4000 IE (Internationale Einheiten) pro Tag von Oktober bis März. Im Sommer reichen Spaziergänge in der Sonne aus, um einen normalen Vitamin D Spiegel zu erreichen.

Generell sollte man aber nicht unbedingt auf Vitaminpräparate zurückgreifen. Sie haben keine guten Auswirkungen auf den Insulinhaushalt und können den Stoffwechsel zusätzlich belasten. Bemühen Sie sich zur Vermeidung einer Infektion lieber um einen gesunden Lebensstil, präventive Maßnahmen wie häufigeres Händewaschen und gesunde Ernährung und lassen Sie sich von ihrem Arzt über eine mögliche Grippeimpfung beraten. So sind Sie bestens gewappnet für die kommende Grippewelle.

Ihre Maximiliane Hantel, Expertenteam

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