Mehr Farbe und Geschmack im Winter mit einem Hauch Exotik in der Küche

Birnen- und Pflaumenbäume sind schon lange abgeerntet und die letzten Äpfel werden gerade gepflückt und eingelagert oder frisch verarbeitet. Nun sieht es in der Natur mit frischem heimischen Obst nicht mehr so üppig aus. Doch zum Glück sind die Supermärkte voll mit exotischen Früchten. So werden alle Obstsorten, die in tropischen oder subtropischen Gebieten wild wachsen oder in Kulturen angebaut werden, genannt. Im engeren Sinn handelt es sich dabei um importierte Früchte - wobei Mangos, Bananen oder Kiwis längst zur Normalität in den Supermarktregalen gehören und schon fast als „heimische“ Exoten durchgehen. Moderne Transportmittel und weltweite Vertriebssysteme machen es inzwischen möglich, dass wir mit den verschiedensten frischen Früchten aus allen Kontinenten versorgt werden können.

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Eine Prise Extravaganz

Gerade zur Weihnachtszeit haben auch etwas ausgefallenere Exoten Konjunktur, wird doch zu den Festtagen oft etwas üppiger und aufwendiger gekocht. Solche Früchte machen das Menü nicht nur ein bisschen extravaganter, sondern haben auch einen ausgesprochen hohen Gesundheitswert: Reich an Vitaminen und Mineralstoffen stärken sie beispielsweise die Abwehrkräfte.

Doch manchmal sorgen die fremden Früchte auch für Verwirrung. Was genau kann davon wie gegessen werden? Wie sollen sie gelagert werden und worauf soll man beim Kauf achten?

Die meisten Früchte kommen mit dem Schiff in riesigen Kühlcontainern zu uns. Das kann bis zu 5 Wochen dauern. Deshalb werden Bananen, Mangos, Avocados oder Papayas unreif geerntet. Moderne Kühlsysteme regulieren Temperatur, Sauerstoff - und Kohlendioxidgehalt so, dass der Reifeprozess stark verlangsamt wird. Nach der Ankunft in Europa werden die Früchte in Reifefabriken in spezieller Gasatmosphäre zum Nachreifen gebracht. Schneller geht es per Flugzeug. Das hat den Vorteil, dass die Früchte erst reif geerntet werden können und ganz frisch im Supermarkt landen. Jedoch verursacht diese Transportmethode sehr hohe CO2-Emissionen – die Ökobilanz ist also verheerend. Auch werden bei Exoten immer wieder erhöhte Pestizid-Rückstände nachgewiesen. Beim Kaufen deshalb auf die Herkunft bzw. ein Biosiegel achten und die Früchte auf jeden Fall schälen oder mit lauwarmem Wasser waschen. Ein weiterer Fakt, der beim Genuss von Exoten zu beachten ist: Bei einer Veranlagung zu Nahrungsmittelintoleranzen bzw. -allergien, können tropische Früchte diese verstärken bzw. Überempfindlichkeitsreaktionen oder Allergien auslösen. Deshalb am besten erst einmal kleine Mengen probieren.

Schnuppern und fühlen

Doch woran genau erkennt man nun, ob die Früchte richtig reif sind? Bananen sieht man es sofort an, wenn sie reif sind. Mangos, Guaven, Galiamelonen und Ananas sind am leckersten, wenn sie einen starken Duft verströmen – schnuppern ist also erlaubt. Ananas und Mangos sollten außerdem leicht nachgeben, wenn man auf die Schale drückt. Doch während Bananen, Kiwis, Mangos und Papayas auch zu Hause noch nachreifen, trifft das auf Zitrusfrüchte und Ananas nicht zu. Diese also nur im reifen Zustand kaufen.

Turbobooster mit Überraschungen

Neben den zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen enthalten manche Exoten auch diverse Enzyme (Eiweißverbindungen, die in unserem Körper dafür sorgen, dass Reaktionen den Turbogang einlegen). Die Enzyme, die sich in exotischen Früchten verstecken, machen diese leicht verdaulich, gut verträglich und regen den Stoffwechsel an. Die in der Ananas enthaltenden Enzyme wirken z. B. entwässernd. Doch außerhalb unseres Körpers können sie für einige Überraschungen sorgen. Gibt man beispielsweise frische Kiwi, Ananas oder Papaya in Milch, Quark oder Sahne, werden die Milchprodukte bitter und dickflüssig. Dafür sorgen die in den Früchten enthaltene Enzyme: Actinidin in Kiwis, Bromelain in Ananas und Papain in Papayas. Eben diese verhindern auch, dass Gelatine fest wird, was zum Beispiel auf Obstkuchen zum Problem werden kann. Wer exotisches Obst gern zum Müsli isst, sollte es also erst kurz vor dem Essen dazugeben. Hobbyköche können sich beispielsweise Enzyme wie folgt zunutze machen: Reibt man rohes Fleisch mit Ananas oder Papayasaft ein, wird es besonders zart.

Exotik in der Küche

Lassen Sie sich durch fremdklingende Namen nicht verwirren, sondern einladen. 

Papaya

Ursprünglch aus Lateinamerika, wird sie heute weltweit in den Tropen und Subtropen (Brasilien, Mexiko, Thailand, Indonesien, Indien) angebaut. Papayas können ca. 14 Tage gelagert werden. Zu früh geerntete Früchte bleiben grün und reifen nicht nach. Reife Früchte sind gelb oder rötlich verfärbt und lassen sich mit dem Finger leicht eindrücken.

Man kann sie wie Gemüse verarbeiten und z. B. für Chutneys, Currys, und Salsas verwenden. Reife Papayas eignen sich hervorragend zum Rohverzehr: einfach schälen, der Länge nach halbieren und die Kerne herausschaben (Tipp: die scharf-würzigen Kerne sind essbar). Papayas sind zum Frühstück, als Vorspeise oder zum Dessert ein ganz besonderer, erfrischender Genuss. Auch in Salaten, Fleisch- und Fischgerichten sowie Mixgetränken bieten sie eine interessante Geschmacksnote. 

Inhaltsstoffe:
Enzym Papain, Vitamin A, B, C und E, Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium
12 kcal/100 g, 2,5 g KH/100 g  

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Kumquat

Ursprünglich aus China und Indochina, wird sie heute in allen subtropischen Gebieten, wo auch Orangen wachsen, angebaut. Kumquats sind bei 10°C ca. 4 Wochen haltbar und sollen gegebenenfalls mit einer Folie vor dem Austrocknen geschützt werden.

Kumquats können frisch mit Schale verzehrt werden. Zerkleinerte Früchte finden Verwendung in Obstsalaten, Cremes, Süßspeisen, Torten oder zur Garnierung von Wild- und Geflügelgerichten. Beliebt sind auch in Zuckersirup eingelegte Kumquats. Sehr dekorativ sind gefrorene Kumquats anstelle eines Eiswürfels in Aperitifs, Bowlen, Campari, Gin, Wermut, Whisky oder Mixgetränken. Auch zu Kompott, Gelee, Konfitüren und Marmelade können die Früchte verarbeitet werden.

Inhaltsstoffe:
Vitamin C und B, Calcium, Phospor
64 kcal/100 g, 15 g KH/100 g

Grenadillen (Maracuja, Passionsfrucht)

Ursprünglich aus Amerika, wird sie heute in vielen tropischen und subtropischen Gebieten angebaut. Unreife Früchte sind grün und reifen nicht nach, reif sind sie je nach Art gelb, rot oder violett mit leicht faltiger Haut. Im Kühlschrank sind sie etwa 3 - 4 Wochen haltbar. 

Die Inhaltsstoffe der Früchte wirken schlaffördernd und entspannend. Bekannt sind die Früchte vor allem als Bestandteil von industriell hergestellten Säften. Um zu Hause den Saft aus frischen Maracujas zu gewinnen, schlägt man das Fruchtgelee am besten mit einem Mixer auf und streicht danach die Masse durch ein Sieb um den Saft aufzufangen. Maracujas können aber auch frisch verzehrt werden, dazu in der Mitte auseinanderschneiden, eventuell mit etwas Zitronensaft beträufeln und auslöffeln.

Inhaltsstoffe: 
Vitamin C, ß-Carotin, Niacin, Flavonoide (z. B. Vitexin), Cumarine, Maltol, Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin 
67 kcal/100 g, 13 g KH/100 g 

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Sternfrucht (Karambole)

Ursprünglich aus Südostasien, wächst sie heute in allen Tropen und frostfreien Subtropen. Unreife Früchte sind grünlich und reifen langsam nach, reif sind sie gelb-orange und einige Tage haltbar.

Sternfrüchte sind faserfrei, knackig und erfrischend-saftig im Geschmack. Sie können gewaschen mit Schale verspeist werden, sind aber gekocht und scharf gewürzt auch passend zu herzhaften Fleischgerichten. In Scheiben geschnitten sieht die Frucht wie ein Stern aus und eignet sich damit hervorragend zur Dekoration von weihnachtlichen Gerichten.

Inhaltsstoffe:
Vitamin A und C, Kalzium, Eisen, Oxalsäure
23 kcal/100 g, 4 g KH/100 g 

Kaki, Persimone, Sharon

Ursprünglich aus Asien, kommen sie heute aus Italien und Israel (Sharons sind eine milde Zuchtform aus der Sharonebene). Die harten Früchte reifen nach, die reifen Früchte sind sehr empfindlich und nur wenige Tage haltbar: im Kühlschrank bis 8 Tage, bei Zimmertemperatur nur 4-6 Tage.

Die Kaki kann nach dem Waschen wie ein Apfel mit Schale verspeist werden. Man kann sie problemlos aufschneiden, da die Frucht keinen Stein besitzt. Überreif erreicht die Frucht ihren besten Geschmack. Die Schale sollte etwas eindrückbar sein. Genießt man eine Kaki zu früh, sorgen die Tannine für ein „pelziges“ Gefühl auf der Zunge.

Inhaltsstoffe:
Vitamin A und C, Kalzium
69 kcal/100 g, 16 g KH/100 g

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Litschi, Rambutan

Litschis kommen ursprünglich aus China, Rambutan aus Vietnam und Indien. Heute werden sie in vielen subtropischen und tropischen Gebieten kultiviert. Die Früchte können einige Tage, allerdings nicht zu feucht, gelagert werden. Rambutan sind im Handel in Folie verpackt, da sie an der Luft schnell austrocknen.

In ihrer Heimat China gilt die Litschi aufgrund ihrer Süße und ihres Aromas als Liebesfrucht oder Spenderin der Lebensfreude . Litschis und Rambutan werden überwiegend roh verzehrt. Hierzu befreit man das Fruchtfleisch wie ein gekochtes Ei von der spröden Schale. Sie lassen sich gut mit anderen exotischen Früchten in Obstsalaten kombinieren. Ihr feines, erfrischendes Aroma harmoniert außerdem ausgezeichnet mit vielen Süßspeisen, aber auch als Verfeinerung von Saucen zu Fleisch-, Fisch und Geflügelgerichten empfehlen sie sich als Beigabe.

Inhaltsstoffe:
Vitamin C, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium
74 kcal/100 g, 17 g KH/100 g

Drachenfrucht (gelbe Pitahaya)

Ursprünglich aus Mittelamerika, wird sie heute hauptsächlich in Nicaragua, China, Vietnam und Israel angebaut. Reife Früchte sind sehr druckempfindlich, können aber bei sorgsamen Umgang bis zu 2 Wochen im Kühlschrank lagern.

Die Drachenfrucht hat einen sehr dezenten, süßlichen erfrischend-tropischen Geschmack, der etwas an Erdbeere erinnern kann. Die Konsistenz ist ähnlich der einer Kiwi, allerdings ist die Drachenfrucht völlig faserfrei und lässt sich sehr einfach auslöffeln. Gekühlt schmecken die Früchte besonders erfrischend. Die innere Schicht der rosafarbenen Schale kann mitgegessen werden.

Inhaltsstoffe:
Vitamin C, B, und E, Eisen, Kalzium, Phosphor
50 Kcal/100 g, 9 g KH/100 g

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Granatapfel

Kommt ursprünglich aus dem Orient, wird heute in vielen Mittelmeerländern angebaut. Die Früchte sind bei Zimmertemperatur 2 - 3 Wochen, gekühlt bei 5°C und hoher Luftfeuchtigkeit monatelang haltbar.

Granatapfel mindert die schädlichen Wirkungen von zu viel Alkohol, Rauchen, UV-Strahlung und Umweltgiften. Er bindet freie Radikale, welche die Zellen angreifen und fördert die Reparatur bereits geschädigter Zellen. Außerdem wirkt er cholesterinsenkend und beugt erhöhten Blutfettwerten vor. Er mindert die Aufnahme von Zucker im Darm, und verhindert so zu hohe Blutzuckerwerte, beugt Diabetes vor. Die Fruchtkerne sind eine tolle Garnitur für Obst- oder Blattsalate. Frisch ausgepresst wie eine Orange kann man den Saft pur genießen oder zu Gelee weiterverarbeiten.

Inhaltsstoffe:
Vitamin C, B, Biotin und ß-Carotin, Kalium, Kalzium, Eisen, Polyphenole
68 kcal/100g, 17,2 g KH/100g 

Greifen Sie beim nächsten Einkauf einfach mal zu - probieren und experimentieren Sie! So bringen Sie Geschmack und Farbe in den Winter und können ein kleines bisschen von Sommer und fremden Ländern träumen. Lassen Sie sich von unseren leckeren Rezepten inspirieren: Wie wäre es mit einem leckeren Feldsalat mit Granatapfel und Walnüssen als Vorspeise, Quittenrotkohl mit Kumquats als Beilage zur saftigen Ente und süßem und cremigen Sharon-Lebkuchen Traum oder Quark mit Granatapfel als Nachspeise?

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