Tipps für den richtigen Umgang mit der Insulinpumpe

Wie oft sollte ich das Verbrauchsmaterial wechseln?

Die Lebensdauer des Verbrauchsmaterials hängt u. a. von der Häufigkeit der Bedienung und vom täglichen Insulinbedarf ab. Nutzung von Bluetooth, Vibration und Licht erhöhen den Stromverbrauch.

Umgang mit den Insulinpumpenreservoiren

Entsprechend den unterschiedlichen Insulinpumpenmodellen gibt es herstellerspezifische Insulinreservoire, die durch den Benutzer selbst zu befüllen sind.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Nutzung von Fertigampullen für  z.B. für die Accu-Chek® Spirit Combo („Insuman Infusat“), die Accu-Chek® Insight („NovoRapid“) und YpsoPump („NovoRapid“).

Die Nutzung benutzerbefüllter Reservoire ermöglicht, dass genau das Insulin verwendet werden kann, welches zur Erreichung des individuellen Behandlungsziels beiträgt. Andererseits erleichtert die Verwendung von Fertigampullen das Handling.

Die Reservoirvolumen sind pumpenspezifisch unterschiedlich:

MiniMed Paradigm® Veo™ 554: 1,8 ml

MiniMed Paradigm® Veo™ 754: 3 ml

MiniMed 640G: 1,8/3 ml

Animas Vibe: 2 ml

Accu-Chek® Spirit Combo: 3,15 ml

Accu-Chek Insight: 1,6ml (Fertigampulle)

Dana Diabecare R: 3 ml

Omnipod: 2ml

YpsoPump: 1,6 ml

Die ordnungsgemäße Verwendung stellt sicher, dass das Insulinpumpensystem insgesamt einwandfrei funktioniert – eine Voraussetzung, damit Sie Ihren Diabetesalltag leichter und flexibler gestalten können! Die folgenden Hinweise ersetzen nicht die Gebrauchsanleitungen der jeweiligen Hersteller, sondern sind ergänzende Informationen dazu.

Reservoire sind sterile Einmalprodukte und sollten daher nicht mehrfach verwendet (wieder aufgefüllt) werden. Die richtige Temperatur: Insulin und Reservoire sollten vor dem Befüllen Körpertemperatur haben, um das Bilden von Luftblasen zu vermeiden. Zur Vermeidung von Unterdruck in der Stechampulle: Vor dem Aufziehen des Insulins die aufrecht stehende Insulinampulle mit derselben Menge Luft befüllen. Das Reservoir wird dann quasi von selbst befüllt, sobald sie das Insulinfläschchen mit dem Reservoir umdrehen. Luftbläschen entfernen: Reservoir mit dem Kolben nach unten halten und Luftbläschen durch leichtes Klopfen an das Reservoir nach oben befördern und durch vorsichtiges „Abspritzen“ entfernen. Füllmenge beachten: Befüllen Sie das Reservoir höchstens mit der maximal vorgeschriebenen Insulinmenge (bei 3 ml-Reservoiren maximal 3 ml Insulin). Beim Überfüllen besteht die Gefahr, dass der Kolben heraus gezogen wird.

Hautreinigung, Desinfektion und Hautschutz

Vor der Blutzuckerselbstkontrolle oder der Insulininjektion mit einem Pen ist es nicht erforderlich, die Haut an der Einstichstelle zu desinfizieren. Waschen und Trocknen der Haut genügt hier voll und ganz.

Unerlässlich aber ist die Hautdesinfektion dagegen bei Insulinpumpenträgern vor dem Anlegen des Infusionssets, um Infektionen vorzubeugen. Zu diesem Zweck werden entsprechende Desinfektionssprays oder -tupfer angeboten.

Bitte beachten:

Das Desinfektionsmittel sollte zunächst aufgetragen und abgewischt werden, um den körpereigenen Fettfilm zu entfernen. Anschließend wird es erneut aufgetragen und ohne abwischen vollständig trocknen gelassen. Erst danach legen Sie an dieser Stelle das neue Infusionsset an.

Schutz empfindlicher und gefährdeter Haut

Bei empfindlicher oder gefährdeter Haut können Pflaster und Klebefolien Unverträglichkeitsreaktionen und Entzündungen hervorrufen. Anhaltender Juckreiz, Rötung oder Blasenbildung an der Klebestelle sind Zeichen einer entzündlichen Reaktion der Haut (Kontaktdermatitis). Durch Verwendung spezieller Hautschutzmittel (Pflasterlöser und Allergieblocker) kann hier vorgebeugt werden.

Insbesondere im Sommer können Probleme auftreten: Einerseits kann sich die Kleberondelle am Katheter bei starkem Schwitzen lösen. Andererseits können die unter wasser- und luftdichten Pflastern bzw. Folien befindlichen Schweißtropfen zu Juckreiz, Bläschenbildung oder Entzündung führen. Daher ist gerade in dieser Zeit besondere Vorsicht und regelmäßiges Überprüfen der Klebestellen zu empfehlen.

Im Allgemeinen aber kleben die heute verwendeten Katheter-Pflaster zuverlässig. Viele Pumpenträger bemängeln sogar, dass beim Entfernen oft Pflasterreste an der Haut zurückbleiben, die sich schlecht und oft nur schmerzhaft ablösen lassen. Hier helfen entsprechende „Pflasterlöser“.

Bitte beachten Sie:

Die Kosten für Pflasterlöser und Allergieblocker werden nur dann von der Krankenkasse übernommen, wenn eine Pflasterallergie vorliegt. Diese sollte bei der Verordnung auf dem Rezept auch ausdrücklich vermerkt sein.

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